Stand: 10.01.2015 von © Gold.de Redaktion SW/SH 7 Kommentare

Es ist der Alptraum eines jeden Edelmetall-Anlegers: Einbruchdiebstähle, bei denen "Schmuck und Wertgegenstände" erbeutet werden, sind keine Seltenheit. Die Nachfrage nach Tresoren für den Hausgebrauch steigt, Hersteller vermelden Rekordumsätze. Doch wer sein Privathaus zu einem kleinen "Fort Knox" umrüsten möchte, wird schnell feststellen: Bei der Auswahl eines passenden Tresors sind einige Details zu beachten.

Zertifikat für sichere Tresore

Wie erkennen Münzsammler und Edelmetallanleger einen sicheren Tresor? Ein deutliches Zeichen ist das ECB S Zertifikat der ESSA. Die European Security Systems Association ist ein Zusammenschluss verschiedener Zertifizierungsorganisationen, die sich an höchsten Standards ausrichtet. Vorsicht ist bei besonders günstigen Produkten aus dem osteuropäischen und asiatischen Raum geboten - hier werden Qualitätssiegel verwendet, die nicht den tatsächlichen Eigenschaften des Tresors entsprechen. Und solche Zertifikate sind nicht nur wertlos, sondern auch gefährlich - die Versicherung kann im Einbruchsfall die Übernahme des Schadens verweigern.

Widerstandsgrad, Volumen, Gewicht: Aspekte beim Kauf eines Tresors

Bei der Auswahl des Tresors spielen mehrere Eigenschaften eine wichtige Rolle - der Widerstandsgrad, das Volumen, das Gewicht sowie der Feuerschutz. Der Widerstandsgrad muss in Relation zum Wert der zu sichernden Gegenstände gewählt werden - wer Münzen im Wert von 100.000 Euro in einem Tresor mit einem anerkannten Versicherungsschutz von 20.000 Euro aufbewahrt, agiert fahrlässig und riskiert seinen Versicherungsschutz.

Beim Volumen sollten Investoren und Sammler berücksichtigen, dass der Wertschrank auch künftige Käufe beinhalten können soll. Das Gewicht entscheidet, ob der Wertschutzschrank in höheren Stockwerken beziehungsweise unter den statischen Gegebenheiten aufgestellt werden kann. Und auch der Feuerschutz im Falle eines Wohnungsbrandes spielt eine immer wichtigere Rolle. Professionelle Diebesbanden versuchen teils auch mit Sprengstoff sich Zugriff auf eventuell vorhandenes Gold und Silber im Tresor zu verschaffen.

Elektronikschloss statt Schlüssel?

Auf dem Tresormarkt treffen Anleger und Sammler auf eine unübersichtliche Produktvielfalt - und auch die technische Ausstattung sollte beachtet werden. Schlüssel lassen sich meist leicht nachmachen oder deren Schlösser durch geeignete Werkzeuge anderweitig öffnen. Ein Elektronikschloss ist in der Anschaffung etwas teurer als ein Doppelbartschloss, bietet aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt keinen Schlüssel, der verloren gehen könnte und um dessen sichere Verwahrung man sich wiederum Gedanken machen muss. Ein Elektronikschloss signalisiert eventuellen Einbrechern zudem, dass es sich nicht lohnt, auf der Suche nach einem Schlüssel Schränke und Schubladen zu durchwühlen. Eine sichere, aber nicht ganz günstige Alternative bieten Codeschlösser mit biometrischer Erkennung.

Gutes Versteck gesucht: Platzierung des Tresors

Neben der cleveren Auswahl des Wertschrankes sollten Sammler und Anleger auch über die Platzierung ihres Tresors nachdenken. Die Grundregel: Je schwerer der Wertschrank für Einbrecher zugänglich ist, desto besser. Wertschutzschränke sollten nach Möglichkeit im Mauerwerk oder Fußboden verankert werden - professionelle Einbrecher transportieren auch hochwertige Tresore sonst kurzerhand ab. Von klassischen Verstecken wie dem Wandschrank oder einem Bilderrahmen ist abzuraten - dort schauen Kriminelle zuerst nach, gefolgt von Schlafzimmer und Büroräumen. Hier ist Kreativität gefragt.

Wer über den Kauf eines heimischen Tresors nachdenkt, sollte allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass es einen hundertprozentigen Schutz nicht gibt. Jeder Tresor lässt sich über kurz oder lang aufbrechen - die Frage ist eben, wie lange es dauert. Fest steht jedoch, dass die allermeisten Einbrecher sich nicht mehrere Stunden Zeit nehmen, um einen Wertschrank mit Spezialwerkzeug zu bearbeiten. Der übliche Zufallseinbruch in Privathäuser dauert meist nur wenige Minuten, weil gerade in dicht besiedelten Wohngebieten die Nachbarn leicht aufmerksam werden und die Polizei verständigen können.

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Kommentare [7]
  • von M. Rothdach | 11.01.2015, 10:36 Antworten

    Gerade bei der Auswahl der Schließsysteme haben
    Sie vergessen das Ihr so gelobtes Elektronikschloss
    leider von Strom abhängig ist. Die Gute alte Zahlenkombination
    hat dieses Problem nicht, wird aber nicht mal erwähnt.
    "Super" Tips !

  • von Volker | 20.01.2015, 22:47 Antworten

    Hallo, ich habe selbst die Erfahrung machen müssen, daß ein Schoß mit Schlüssel wenig Sicherheit bietet, spätestens wenn z.B. die eigenen Mitbewohner (Kinder) unbedingt Geld brauchen. Der Zeitfaktor ist gegen Sie. irgendwann wird der Schlüssel gefunden. Bei Einbrechern sieht die Wohnung dann etwas unaufgeräumt aus. Seitdem habe ich einen Tresor mit Zahlenschloß mechanisch und Schlüssel. Ist nicht bequem, aber aus meiner Sicht die beste passive Sicherheit. Gott seis gedankt, daß ich wirkliche Reichtümer nie ansammeln konnte. ( Ausgenommen meine Frau, kann ich schecht im Tresor deponieren). Es nützt aber alles nichts, wenn wir nicht wirkungsvoll gegen die Einbrecher vorgehen können, werden die Sieger bleiben. Was hat in deutschen Landen ein Einbrecher wirklich zu befürchten?
    Was würde ergänzend noch helfen. Also ich war z.B. in Singapur, und habe mich in einer der sichersten Städte der Welt wirklich wohl gefühlt. Mir ist beim verlaufen in der Stadt im U-Bahn Depot keine Farbbüchse runtergefallen, die dann auch noch den U-Bahn-Wagen verziert hatte. Und ich hatte auch kein Bedürfnis, die dortige Bevölkerung mit den "Segnungen" des hiesigen Drogenkonsums zu beglücken. also kann doch die dortige Vorgehensweise gegen Verbrecher (Sorry, edle Herren und Damen) nicht unbedingt falsch sein!!!???
    Bin gespannt, ob das veröffentlicht wird

    • von Holger | 20.09.2016, 08:10 Antworten

      Ich schließe mich Ihrer Meinung vollumfänglich an. Leider wird die Einbruchsrate immer höher, leider wird von allerhöchster Stelle immer wieder vorgeführt. daß sich Verbrechen doch lohnt.

  • von Dagobert | 21.03.2015, 20:21 Antworten

    Hallo zusammen.

    Tipps bevor man einen Wertschutzschrank kauft:

    - Klärung mit der Hausratversicherung ob gewählter Tresor geeignet ist falls solch eine Versicherung auch nur irgendwann einmal gewünscht wird.
    - Passenden Aufstellort wählen und Transport dorthin klären, denn geeignete Tresore wiegen ab 200 kg bis zu 3 Tonnen -> Teppentransport auf Möglichkeit hin überprüfen falls dies notwendig ist!
    - Statik des Aufstellortes ist zu berücksichtigen!

    Zum Schloß:
    Prinziepell würde ich eine Doppelschloßlösung aus mech. Kombinations- und Schlüsselschloß bevorzugen. Wenn es nur ein Schloß gibt dann lieber das mech. Kombinationsschloß. Da in diesem Fall kein Einbrecher die Wohnung verwüsten würde um einen Schlüßel zu finden.
    Jegliche Art von elektrischen Schlößern, sind für mich eine tickende Zeitbombe, da diese irgendwann einfach nicht mehr auf gehen. Das öffnen wird dann ein teures Vergnügen oder mann braucht danach einen neuen Tresor! Bei mechanischen Schlößern macht sich das langsame Kaputt gehen durch Schwergängigkeit schon vorher bemerkbar.

    Zur Sicherheitseinstufung:

    Wer sich einen neuen Tresor kaufen will ist gut beraten ein VDS Sicherheitgeprüftes Modell sich anzuschaffen. Einen Sicherheits-eingestufenten Tresor unter VDS III (3) halte ich jedoch nicht für ratsam. Solch ein VDS III Tresor kostet jedoch gebraucht schon ab 1000? bis 1500?, bei kleinen Modellen. Größere natürlich auch noch etliches mehr.

    So viel wollte ich nicht ausgeben, daher habe ich mich bei den älteren Modellen umgesehen die noch vom VDMA nach RAL RG 626 eingestuft sind. Diese Tresore sind für gewöhnlich sehr schwer (1t bis 3t), zumindest ab Stufe D1, D10, D20 oder gar E10. Der Vorteil liegt in der äußert dicken Wandung von meist mehr als 150mm. Ein Einbrecher muss also vermutlich sehr lange mit einem Trennschleifer oder Schweißbrenner da arbeiten um hindurch zu gelangen. Empfehlenwert ist vermutlich auch noch C2F jedoch weissen diese Tresore bei weitem eine nicht so starke Wanddicke auf. Entsprechen leichter sind diese zum (und vom) Aufstellort (weg) zu transportieren. Nach A und B eingestuften Tresoren sollte erst gar nicht geschaut werden.

    Meine Auswahl:

    Letzendlich habe ich mich damals zwischen einem C2F (800?) und einem D1 (490? Gewicht ca. 2000kg) eingestuftes Modell eintscheiden können. Habe mich für D1 entschieden, nicht weil dieser billiger wahr, sondern weil ich was die Sicherheit anging, ein deutlich besseres Bauchgefühl hatte.

    Transport:

    Bitte beachten für den Transport fallen teils sehr hohe Kosten von mehreren hundert Euro für Spezialspeditionen an! Falls man nicht selber über das entsprechende Zubehör verfügt. Dies war bei mir glücklicher weise der Fall.

    Leider musste ich noch einen Treppentransport selber organiesieren. Das ganze Grenzt schon an ein Drama! Wer einen Treppentransport eines 200kg bis 400kg schweren Tresor bewerkstelligen will braucht dafür entweder eine speziele Firma oder man baut sich selber eine Rampe und zieht diesen per Seilzug hoch oder läßt ihn ab. Bei meinem 2t schweren Tresor musste jedoch erst eine Kranbahn (I-Träger) selber aufbauen und befestigen. Um diesen dann mit je zwei Laufkatzen, Kettenflaschenzügen und maßangefertigten Hebegurten anzuhenben und abzulassen. Wer nicht wie ich über entsprechendes Know How verfügt sollte das lieber Experten überlassen.

    Versicherung:

    Ursprünglich wollte ich keine Hausratversicherung abschließen. Als ich jedoch an mir selbst bemerkte, das wenn jemand Krach macht ich sofort an Einbrecher denke, wollte ich diese zur Beruhigung abschließen.
    Nach meinen Recherchen (Test.de) gibt es ihier Zulande nur zwei Versicherungen, die bei Wertsachen die volle Versichungssumme anwenden. Dabei handelt es sich zum einen um die Ammerländer Versicherung mit den Tarifen "Exclusiv? und ?Excellent? und zum anderen um die Haftpflichtkasse Darmstadt mit dem Tarif "VARIO Plus". (Stand März 2015)

    Bei einem Anruf bei einer der beiden wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt das nur VDS-Zertifizierte Wertschutzschränke akzeptiert werden. (Bei meinem D1 ja nicht der Fall. Glücklicherweise akzeptierte die andere Versichung mein Tresor als ich eine Email an diese mit Fotos und technischen Daten von meinem Tresor versandt. Mittlerweile habe ich dort eine Hausrat abgeschloßen.

  • von Ralle | 01.08.2016, 15:54 Antworten

    Eigentlich überflüssig dieser Artikel,denn eine eifache Beratung im Fachhandel macht die Anschaffung eines Tresors völlig sinnlos.Günstig gleich sinnlos heißt die Devise.Teuer aber "sicher" gleich sinnlos die andere Devise.Schau was ein Schließfach Bank etc. kostet und schnell wird dir klar 30 Jahre mieten ist immer noch günstiger als sich für einen halbwegs sicheren Klotz im Haus zu entscheiden.

    • von Peter | 18.08.2016, 08:19 Antworten

      Genau, "Ralle", und besonders "sinnvoll" ist es dann, im Falle eines Falles vor verschlossenen Türen der Bank seines Vertrauens zu stehen und sich dann schon mal geistig von seinem Eigentum in den dann unerreichbaren Schließfächern zu verabschieden. Wie klasse im Krisenfall so ein Bankschließfach ist, können Sie ja mal die Zyprioten und Griechen fragen, die durch die Banken über Nacht enteignet wurden.

      • von Robby | 09.01.2017, 12:17 Antworten

        Richtig, Peter. Oder einfach mal "volksbank steglitz tunnel" googeln.

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