Stand: 04.01.2015 von Martin Vitt 5 Kommentare

Wer sich mit dem Thema Gold als Medizin intensiv beschäftigt, kommt nicht umher, das edle Metall aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Es stellen sich dann folgende Fragen: Wo kommt das Gold her und wie wurde es gefördert und abgebaut? Welche Möglichkeiten stellen moderne Techniken zur Verfügung, um etwa Gold auf alternative Weise zu gewinnen? Behält Gold, durch etwaige alternative Vermehrung weiterhin seinen Wert?

Gold und die heutigen Möglichkeiten, es herzustellen

Bei der Herstellung von Goldbarren kommt das meiste Gold aus Minen. Dort wird es mit Hilfe von Chemikalien wie Quecksilber und Cyanid aus dem Erdreich gelöst und in großem Stil den Schmelzöfen zugeführt. Bei der Förderung aus Flüssen wird das Edelmetall durch alte Waschtechniken (alluviales Gold) ohne Einsatz von Chemikalien mit Hilfe der Schwerkraft gewonnen. Neben diesen gängigen Goldgewinnungsarten arbeiten Forscher in unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaften an alternativen Möglichkeiten, dieses edle Metall herzustellen. Gelingt eines diese Vorhaben, könnte Gold in größerer Menge gewonnen werden und dadurch den Preis langfristig beeinflussen.

1. Physikalische Gewinnung im Labor

Gold ist seit Jahrtausenden selten. Der Wert des Goldes resultiert daraus, dass es nicht künstlich hergestellt werden kann und die "Hervorbringung" aus dem Erdreich auch heute noch sehr aufwendig ist.

Doch dies ist nicht "ganz" korrekt: Denn es gibt heute Möglichkeiten, Goldatome im Labor herzustellen. Nur birgt diese Form der Goldgewinnung keinen wirtschaftlichen Nutzen. Denn nur unter schwierigsten Bedingungen sind die Goldatome zu produzieren und dieser molekulare Prozess ist so teuer, dass der Preis dafür ein Vielfaches des tatsächlichen Goldpreises darstellt.

"Die Goldatome entstehen, wenn ein Teilchenbeschleuniger große Atomkerne mit hoher elektrischer Ladung fast lichtschnell auf Wismut-Atome schießt. Auch neue, bisher unbekannte Gold-Isotope könnten bei den Beschleuniger-Experimenten entstehen, erläuterten die Forscher vom kalifornischen Lawrence Berkeley Laboratory. Freilich handle es sich nicht um eine > kosteneffektive Die in all unseren Experimenten bisher gewonnene Goldmenge entsprach dem Gegenwert von weniger als einem milliardstel Cent. (1)

2. Goldgewinnung aus dem Meer

Bei der Frage, wo am meisten Gold auf der Erde zu finden ist, wird meist nur an die Erdkruste gedacht. Dabei wird übersehen, dass eine riesige Menge an Gold in den Weltmeeren aufgelöst ist. Könnte man ähnlich der Salzgewinnung aus dem Meer eine Anlage entwickeln, die Gold aus Meerwasser filtert, wäre Gold nicht mehr selten und reichlich verfügbar.

So wurden schon in den 60er Jahren die ersten Vermutungen über Metallkonzentrationen, die im Meer vorhanden sind, geäußert:

"Schätzungsweise 6,5 Milliarden Tonnen Kupfer, 0,5 Milliarden Tonnen Uran und 70 Millionen Tonnen Gold birgt diese natürliche Rohstoffquelle für seltene Elemente, die bisher nicht erschlossen werden konnte." (2) Mittlerweile erproben Forscher neue chemische Verbindungen, die das Gold aus dem Meer filtern sollen. Größere Mengen sind bisher nicht bekannt.

3. biotische Gewinnung von Gold mit Bakterien

Gold von Bakterien
Eine dritte alternative Möglichkeit besteht darin, Gold von Bakterien "fertigen" zu lassen. Ähnlich den Bakterienkolonien, die es heute schon schaffen, "Diesel"öl zu liefern, ist die realistische Option vorhanden, dies auch mit speziellen Bakterienstämmen für die Goldherstellung zu bewerkstelligen.

" Die Entstehung von Gold hielt man bislang für einen abiotischen Vorgang. Jetzt aber hat ein internationales Forschungsteam belegt, dass das Wachstum von Goldnuggets auch das Ergebnis eines aktiven biochemischen Prozesses sein kann. ... Diese sogenannte Bio-Mineralisation von Gold, also die Gold-Bildung durch den Einfluß von Bakterien, könnte ... nach Ansicht der Forscher nun völlig neue Horizonte in der biotechnologischen Anwendung von Bakterien eröffnen." (3)

Der Wert des Goldes in der Zukunft

Die Versuche, Gold künstlich oder mit Hilfe von Bakterien herzustellen, gehen weiter. Die Realisation, dies auf "biologischem Wege" bewerkstelligen zu können, scheint am wahrscheinlichsten. Seit der Feststellung, dass Gold als "Nebenprodukt" bei biotischen Vorgängen entstehen kann, keimen bei manchen Forschern bereits die Fantasien, dass es bald Gold aus der Petrischale gibt. Doch die Chancen auf eine große Menge der Goldgewinnung sind heute noch minimal.

"Allerdings müsste man 1000 Bakterien nebeneinander legen, damit sie etwa einen Millimeter messen würden, erklärt der Forscher. Die Bakterien sind mit bloßem Auge nicht zu sehen, und die Goldkörnchen sind so klein, dass man sie nicht einmal unter dem Mikroskop erkennt." (4)

Dass es funktioniert, ist seit einigen Jahrzehnten Gewissheit. So sollte der Goldliebhaber diese Entwicklung sicher im Auge behalten. Eine Gefahr für den heutigen Goldpreis haben die jetzigen Dimensionen noch nicht. Ein Blick auf die Welt der Diamanten lohnt sich, um eine Perspektive zu erahnen, falls Gold tatsächlich in Zukunft in größeren Mengen "künstlich" gefertigt werden sollte.

Denn Diamanten kannte man bis in die 50er Jahren nur als Naturdiamanten. "Die Herstellung synthetischer Diamanten gelang erstmals am 15. Februar 1953 dem Physiker Erik Lundblad bei dem schwedischen Elektrotechnik-Konzern ASEA. (5)

2 Arten von Gold und seine Bedeutung

Gold waschen

Heute sind Diamanten in 2 Kategorien eingeteilt. Zum einen die aus natürlichem Vorkommen stammenden Edlesteine, die vor allem von der Schmuckindustrie nachgefragt werden. Zum anderen werden in großem Stil künstliche Diamanten gefertigt, die Ihren Einsatz in der Industrie haben.

So werden beispielsweise die als "Bort" bezeichneten Industriediamanten bei Bohr- und Schneidewerkzeuge eingesetzt. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist weit größer als die für die Schmuckindustrie verwendeten Unikate.

Ähnlich wie bei Diamanten wird es in Zukunft Überlegungen geben, Gold aufgrund seiner Herstellung und Herkunft zu qualifizieren:

  • a) zum einen in Gold mit Eigenschaften und Herkunftszertifikat und
  • b) zum anderen in "künstlich" hergestelltes Aurum in einer Präzision von einem Feingehalt von 999,99 (die sogenannte 5 x 9).

Dass es Unterschiede heute schon gibt, zeigt ein Blick auf das Vorhandensein von Goldangeboten mit "Eigenschaft und Charakter". So kann von Goldschmieden ökologisches Gold aus Flüssen (Feingehalt etwa 928), von Bergbauern aus den Anden und von Flüssen aus dem Norden (Finnland, Schweden) im Fachhandel bezogen werden.

Dieses Naturgold wird hauptsächlich im Schmuckbereich (für ökologische Hochzeiten) nachgefragt.

Auch bei den Münzen ist die "Herkunftsfeststellung" heute mit modernen wissenschaftlichen Methoden gut möglich.

Wusste man bereits in 1970 Jahren, mit Hilfe von wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die römischen Münzen (Goldmünze = Aureus) meist aus Gold aus Spanien bestehen, macht es Sinn, die historischen Münzen genauerer zu betrachten.

So ist beispielsweise das Vreneli mit einem Feingehalt von 900 und einem Gewicht von 1/155 kg unverwechselbar und kann nur mit zu hohem wirtschaftlichen Aufwand "künstlich" hergestellt werden.

Und die 29 Stücke von 1897 aus "Gondo" Gold, stammen aus einer Mine im Wallis und sind mit einem eingestempelten Kreuz im Schweizerkreuz jederzeit als Gold mit Herkunftstempel zu erkennen. Dieses Gold ist einmalig und unverwechselbar.

Fazit

Es lohnt sich, Gold zu besitzen, denn Gold wird immer selten bleiben. Doch es wird 2 Arten von Gold geben. Zum einen das Gold aus Minen für die Barrenherstellung und das Gold mit Signatur, welches direkt aus der Natur entnommen wird und einen eigenen Charakter hat. Diese Gold (meist historische Münzen aus dem Kaiserreich und vor 1950) bleibt selten und begrenzt. Ob es Gold einst im Überfluss gibt, ist zwar fraglich, aber möglich. Die alten Alchemisten hätten ihre Freude daran.

Anmerkungen:

Wert des Goldes und die Möglichkeiten es herzustellen
Martin Vitt (comVita Beratung) - Der ausgebildete Finanzdienstleister (senior consultant, freier Makler IHK) Martin Vitt publiziert seit Jahren zum Thema ökologisches Gold und Goldförderung in Deutschland. Darüber hinaus arbeitet er als „freier Sachverständiger“ für Sammlungen (Briefmarken, Münzen und Uhren) und Einzelstücke (Raritäten). In vielen Publikationen beschreibt er, wie der Nachlass bewertet und worauf bei der Beurteilung seltener Stücke zu achten ist. Des weiteren steht er für die Beratung ganzer Sammlungen und bei der Vermittlung größerer Nachlassposten zur Verfügung.
Webseite des Autors:
www.comvita-beratung.de
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Kommentare [5]
  • von GoldBUG | 27.04.2015, 22:53 Antworten

    Sorry aber die Artikel sind in letzter Zeit echt übel!
    Der "Bericht" zu den Doppelkronen spottet ja schon jeglichen Fachwissens aber dies hier ist ein neuer negativer Höhepunkt.

  • von Joe | 27.04.2015, 09:05 Antworten

    Als Naturwissenschaftler und als jemandem, der sprachliche Genauigkeit schätzt, dreht sich mir bei diesem lieblos hingerotzten Geschreibsel der Magen um.

  • von goldmatthias | 05.01.2015, 09:31 Antworten

    Das mit Gold aus Bakterien ist das Gleiche wie Gold aus Meerwasser. Diesel können Bakterien aus Wasser, Luft oder organischem Material und ggf. Zusatzenergie herstellen, da Diesel eine organische Verbindung ist. Gold ist ein Element, der Vergleich hinkt daher nicht nur, er ist Unsinn. Bakterien könnten höchstens helfen, in Meer- oder Abwasser gelöstes Gold ausfallen zu lassen (statt der weiter oben beschriebenen chemischen oder elektrolytischen Methode). Bei entsprechen Algen könnte dies ohne Energiebedarf (außer Sonnenlicht) und Umweltbelastung klappen. Den Stein der Weisen gibt es nicht.

  • von Meerai | 04.01.2015, 15:33 Antworten

    Ah habe jetzt den zeit.de Artikel gelesen, weiß jetzt wie das mit den Bakterien gemeint war...

  • von Meerai | 04.01.2015, 15:30 Antworten

    Zu den Bakterien. Ich glaube nicht das sie Gold herstellen sondern die frei schwebenden Goldatome, die überall herumschwirren zu größeren Mengen verdichten. Wie eine art Filtersystem.

    Würden diese Bakterien nämlich wirklich Gold herstellen hieße das sie ohne Probleme zu Kernfusion oder -spaltung in der lage sind was mir von keinem Lebewesen bekannt ist. Sie würden dann die arbeit eines - wie oben beschrieben - Teilchenbeschlenigers erledigen.

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