Stand: 30.07.2017 von © Gold.de Redaktion AB/SH 3 Kommentare

Gold im Zahn, Gold als Schmuck - geschenkt, das kennt jeder. Aber wo steckt noch überall Gold drin? Wir haben uns auf die Suche begeben und präsentieren weitere Fakten über Gold. Interessante Geräte, bemerkenswerte Technologien oder kuriose Entdeckungen, von denen Sie wahrscheinlich noch nie etwas gehört haben. Hätten Sie´s gewusst?

So wird der Kuchen verteilt:
Die Verwendung von Gold nach Sektoren

Im Jahr 2016 betrug die Gesamtnachfrage nach Gold weltweit ca. 4308 Tonnen. Dabei wird unterschieden nach dem Verwendungszweck. Die Nachfrage verteilt sich auf die vier Sektoren Industrie, Schmuckbranche, Investment und Notenbanken.

Die Nachfrage der einzelnen Sektoren ist dabei natürlich schwankend. In der Grundtendenz ist aber Schmuck im Schnitt der Sektor mit der größten Nachfrage. Industrie und Technologie haben den kleinsten Anteil. Eine genaue Verteilung für das Jahr 2016 zeigt unsere folgende Grafik:

Verwendung von Gold Quelle: World Gold Council; GFMS (Thomson Reuters); London Bullion Market Association, zitiert nach statista.de. Grafik: © gold.de

Wir wollen uns im Folgenden aber dem Bereich Industrie näher widmen. Dazu zählt auch die Wissenschaft. Zwar hat dieser Sektor den kleinsten Anteil an der weltweiten Gesamtnachfrage, aber dafür ist es der spannendste Bereich. Denn hier zeigen sich mögliche Zukunftsperspektiven, was die Verwendung von Gold angeht. Und somit auch potentielle Wachstumsmärkte, was wiederum für den Goldanleger interessant sein könnte.

Diese Eigenschaften von Gold schätzt die Industrie

Gold korrodiert nicht, ist beständig gegen Säuren, leitet Strom sehr gut, reflektiert Infrarot Strahlung sehr gut, ist wegen seiner hohe Dichte besonders schwer, und es zählt aufgrund seiner hohen Dehnbarkeit zu den Metallen, die sich am besten formen und verarbeiten lassen. Es ist vor allem die Kombination dieser Eigenschaften, welche Gold für Branchen wie die Wärmetechnik, Nanotechnik, Mikroelektronik, Medizin oder Optik so interessant macht. Viele Geräte wären ohne Gold gar nicht möglich.

Da ist Gold drin

Zehn Fakten zur Gold Verwendung, von denen Sie wahrscheinlich noch nie etwas gehört haben!

1. Die Genkanone

Gibt es wirklich. Hinter der martialisch klingenden Bezeichnung verbirgt sich ein Hightech Gerät, das in biochemischen Labors dazu benutzt wird, fremde DNA in Zellen zu schießen. Hört sich kompliziert an, ist es auch. Als “Munition” dienen kleinste Partikel aus Gold. Daran quasi angeheftet ist die DNA. Der Beschuss selbst erfolgt mittels Gasdruck; die Goldpartikel sind mit nur 0,6 µm extrem klein. Zu Erinnerung: 1 µm (Aussprache “Müh-Meter”, auch: “Mikrometer”) ist ein 1000tel Millimeter.
Einsatzgebiete der Genkanone sind Genforschung oder Gentechnik.

2. Das Goldimplantat im Augenlid

Lagophthalmus heißt eine seltene Krankheit, bei der die Betroffenen ihre Augenlider nicht mehr richtig schließen können. Die Folgen mag man sich nicht vorstellen. Doch die Medizin ist kreativ: Versuche mit kleinen Goldimplantaten im Lid haben gezeigt, dass vielen Patienten damit geholfen werden konnte. Das schwere Gewicht von Gold in Verbindung mit dessen relativ guter Verträglichkeit waren ausschlaggebend für diese Idee.
Bisher zwar nur ein Therapieansatz unter mehreren, aber wenn sich das durchsetzt und damit Menschen geholfen werden kann, dann ist das eine gute Sache.

3. Das Gold, das an den Bäumen hängt

Vor einigen Jahren haben Forscher in Australien in den Blättern von Eukalyptusbäumen Gold nachgewiesen. Da die Entdeckung in der Region Kalgoorlie gemacht wurde, also eine Region, die für ihre reichen Goldvorkommen bekannt ist, wird vermutet, dass der Eukalyptusbaum das Gold mit seinen tiefen Wurzeln aus der Erde aufnimmt, und dann in den Blättern einlagert.
Zwar sind die Goldpartikel extrem winzig und somit wirtschaftlich (noch?) nicht wirklich verwertbar, aber es lässt sich nicht leugnen: Im Eukalyptusbaum ist Gold drin. Das regt unsere Phantasie an: Wird Gold bald nicht mehr abgebaut, sondern angebaut? Große Goldplantagen mit Eukalyptusbäumen? Gold pflücken wie Äpfel? Welcher Dünger wird die größten Goldnuggets bringen?
Eine Goldgewinnung ohne Umweltschäden wäre eine schöne Zukunftsphantasie.

4. Dank Gold ins All

Astronauten auf dem Mond, Astronauten im All: Wir alle kennen diese Bilder. Was dabei besonders auffällt, ist das große, leicht gülden schimmernde Helmvisier, in dem sich alles spiegelt. Es ist mit einer ultradünnen Goldbeschichtung überzogen. Warum? Weil Gold die Blendung besonders effektiv reduziert, und vor Wärmestrahlung schützt.

5. Pralinen aus Gold

Jetzt wird es kulinarisch: Dass man Gold essen kann, dürfte dem einen oder anderen durchaus bekannt sein. Liegt es da nicht nahe, dies zu verbinden mit der Krönung der Chocolatiers-Kunst, der Praline? Gibt es tatsächlich, und zwar als Goldpralinen. Feinste Schokolade, gefüllt mit feinsten Ingredienzen - das muss ein kulinarischer Supergenuss sein. Doch wie kommt das Gold in die Praline? „Zunächst stellen wir ein Goldelixier mit einer Tinktur aus Rheingold her. Diese wird dann in die Sahnetrüffel-Füllung auf einer Schicht Mandel-Gianduja eingebettet“, so Roland Schuchardt von rheingold-troepfle.de, eine der bekanntesten Plattformen für (Rhein-) Goldpralinen in Deutschland.
Tipp: Auf der Packung nach dem Zusatz “E 175” schauen. Denn nur wo gemäß Lebensmittelgesetz E 175 draufsteht, ist auch echtes 22-Karat Blattgold drin.

6. Hightech-Tattoos aus Gold

Tattoos mit der Nadel in die Haut ritzen war gestern. Jetzt kommen elektronische High-Tech Tattoos. Die sehen aus wie die bekannten Tätowierungen, sind aber hauchdünne Hüllen aus Gold. Als leitfähige Schaltkreise werden sie wie eine zweite Haut appliziert und dienen dann als Schnittstelle in die digitale Welt. Das eröffnet völlig neue Perspektiven der Vernetzung von “Mensch und Maschine”.
Zwar steckt auch diese Entwicklung noch am Anfang, aber zukunftsträchtig ist das allemal, denn das ist nicht nur funktional, sondern auch super stylish. Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten bereits an dieser “E-Skin” oder "E-Tattoo” Technologie. Und warum Gold? Weil es sehr gute elektrische Leitfähigkeiten besitzt und sich sehr fein formen lässt. Man denke nur an Blattgold.

7. Drei Kilometer Draht aus einem Gramm Materie

Das können nur Spinnen? Von wegen: Aus einem Gramm Gold lässt sich tatsächlich ein Draht von 3,7 km Länge herstellen. Diese Eigenschaft macht sich die Mikroelektronik und Halbleiterindustrie zunutze in Form sogenannter Bonddrähte. Diese werden verwendet für Verbindungen zwischen Chips und den Anschlüssen bei integrierten Schaltkreisen.
Einmal mehr ist es also der Aspekt der guten Formbarkeit, der Gold unersetzlich macht. Denn ohne diese haarfeinen Goldverbindungen ginge in diesen wichtigen Schlüsselbranchen gar nichts. Man denke nur an Mikroprozessoren.

8. Infrarot Strahler

Infrarot (früher: Ultrarot) nennt man eine elektromagnetische Strahlung mit einer bestimmten Wellenlänge, die vom Menschen (unter normalen Umständen) nicht gesehen werden kann. Für die Industrie ist Infrarotstrahlung deshalb interessant, weil man damit Objekte direkt erwärmen kann ohne den Umweg über die Luft. Es muss also nichts unnötig erwärmt werden. Das spart Zeit und Kosten.
Nun bieten manche innovativen Hersteller spezielle Infrarotstrahler mit Goldreflektoren an. Sie machen sich dabei die besondere Eigenschaft von Gold zunutze, Infrarot Licht extrem gut zu reflektieren - bis zu 98%, je nach Wellenlänge.

9. Gold macht kleinste Dinge sichtbar

Die Rastertunnelmikroskopie ist eine Technik, die uns Menschen eine völlig neue Welt erschließt. Um den Einblick in die unvorstellbar kleinen Dimensionen des Sub-Nanometer-Bereiches zu ermöglichen, bedient man sich aber nicht optischer Verfahren wie beim Schulmikroskop, sondern modernster Erkenntnisse der Physik. Salopp formuliert: Messungen und Scans erfolgen per Strom. Erst hinterher wird visualisiert, d.h. die Zahlen und Messwerte werden übertragen in eine Abbildung, die uns dann wieder eine räumliche Vorstellung vom Objekt gibt. Die Nanostruktur-Forschung gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. 
Was das mit Gold zu tun hat? Die Messung der zu untersuchenden Oberfläche erfolgt mit einer Sonde. Und die ist oft aus Gold. Womit wir wieder bei den besonderen Eigenschaften von Gold sind: Sehr gut Strom leitend, sehr gut formbar auch im kleinsten Bereich.
Wie die Rastertunnelmikroskopie funktioniert, zeigt das folgende Video auf leicht verständliche Weise:

10. Tonnenweise Gold in der Schublade

Dass das Recycling von Computerschrott sinnvoll ist, sollte inzwischen jeder wissen. PCs, Geräte aus der Unterhaltungselektronik oder Smartphones enthalten viele wertvolle Edelmetalle, darunter auch Gold. Aber wieviel Gold genau in so einem Handy steckt, das wissen die wenigsten. Wir klären auf: Im Jahr 2012 enthielt ein Handy im Schnitt 0,024 Gramm Gold. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Damit beträgt der Goldanteil, gemessen am Gesamtgewicht eines durchschnittlichen Handys, immerhin 0,016%.
Diese Zahl allein ist schon erstaunlich. Nimmt man aber nun die Gesamtzahl der Althandys, die in Deutschland ungenutzt in Schubladen herumliegen, dann kommt man auf unglaubliche 2,8 Tonnen Gold. Das zeigt, wie lukrativ Gold aus Elektroschrott ist. Das Thema ist übrigens so interessant, dass wir hierfür einen extra Artikel verfasst haben. Genaue Zahlen und weitere Infos hier: Gold im Handy.

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Kommentare [3]
  • von tut nix zur Sache | 30.07.2017, 17:44 Antworten

    wärmt Ihr nun alte Berichte auf oder was soll das??
    Es wäre schön wenn man wieder über die Verkaufszahlen der Prägestätte bei euch lesen würde anstelle diesen Boulevard Journalismus!

  • von Ceil | 01.08.2017, 07:25 Antworten

    Wann kommen wieder ordentliche Beiträge über Münzen, Auflagen etc. In letzter Zeit nur so BlaBlaBala Artikel. Schade!

  • von Dr. Schmidt | 17.08.2017, 09:03 Antworten

    Genkanone ist interessant. Genforschung allerdings sehe ich kritisch.

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