Stand: 14.10.2015 von © Gold.de Redaktion CW/GW 5 Kommentare

In einer Mitteilung vom 7. Oktober hat die Deutsche Bundesbank eine Auflistung ihres Goldbestandes veröffentlicht, aus der die konkrete Anzahl, das Gewicht und die Feinheit der Goldbarren an den vier Lagerstellen in Frankfurt, London, Paris und New York hervorgeht. Die Bundesbank tritt mit der Veröffentlichung Kritikern entgegen, die seit längerem größere Transparenz fordern oder sogar die Existenz der Goldbarren angezweifelt haben.

Brutto- und Feingewicht der Goldbarren

Die Liste weist das Bruttogewicht der Barren in Kilogramm und in Troy Ounces (tr. oz.) sowie das Feingewicht, also das reine Goldgewicht, in Kilogramm und Feinunzen (ozf.). Bei der Troy Ounce und der Feinunze handelt es sich um verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Gewichtseinheit, die exakt 31,1034768 g entspricht.

Das Feingewicht errechnet sich durch die Multiplikation des Bruttogewichts mit der ebenfalls in der Liste angegebenen Feinheit. Als Feinheit wird der Goldanteil der Barren in Promille oder Anteilen von 1000 bezeichnet. Der allererste Goldbarren der Liste hat beispielsweise ein Bruttogewicht von 12,6428 kg und eine Feinheit von 998,4/1000. Das ausgewiesene Feingewicht liegt entsprechend bei:

12,6428 kg(Bruttogewicht)*0,9984(Feinheit)= 12,62257152 kg

In der Liste wird das Feingewicht mit gerundeter vierter Nachkommastelle als 12,6226 angegeben.

In der Bilanz der Deutschen Bundesbank wird nicht das Bruttogewicht, sondern lediglich das addierte Feingewicht aller Goldbarren genannt, das am 31 Dezember 2014 bei 108.805.421,213 Feinunzen beziehungsweise 3.384.227,7839 kg oder rund 3.384 Tonnen lag. Das Bruttogewicht ist eine zu vernachlässigende Größe, da ausschließlich das Feingewicht für den Wert eines Goldbarrens von Bedeutung ist.

Good Delivery-Goldbarren

Bei den Barren auf der Goldliste handelt es sich um sogenannte Good Delivery-Goldbarren, die eine Feinheit von mindesten 995,0/1000 sowie ein Feingewicht zwischen 350 und 430 Feinunzen (10,89 bis 13,37 kg) aufweisen. Umgangssprachlich werden diese Barren nach ihrem ungefähren Durchschnittsgewicht auch als 400-Unzen-Barren bezeichnet. Diese Barren werden im Großhandel zwischen Zentralbanken, Raffinierern und institutionellen Anlegern bevorzugt. Dies gilt zumindest in Europa und den USA. Beim Handel in Asien spielen auch 1-kg-Goldbarren eine bedeutende Rolle.

Goldbestand der Deutschen Bundesbank im Überblick (Stand 31. Dezember 2014)

Lagerstelle Anteil Anzahl Barren Bruttogewicht Feingewicht
Deutsche Bundesbank
(Frankfurt am Main)
35 % 95.364 1.196.167,9319 kg 1.192.459,3751 kg
Bank of England
(London)
13 % 35.066 439.083,4524 kg 437.947,0923 kg
Banque de France
(Paris)
9 % 24.455 308.048,9463 kg 306.906,6085 kg
Federal Reserve Bank of New York
(New York)
43 % 115.431 1.450.855,5232 kg 1.446.914,7079 kg
gesamt 100 % 270.316 3.394.155,8538 kg 3.384.227,7839 kg

Inventarnummern und Meltnummern

Die Deutsche Bundesbank, die Bank of England und die Banque de France vergeben eine Inventarnummer für jeden gelagerten Goldbarren. Die vollständige fünfstellige Nummer ist allerdings nur für den Lagerort Frankfurt in der Liste genannt. Der Bank of England und der Banque de France ist die Angabe der vollständigen Nummer untersagt, sodass lediglich die letzten drei Ziffern ausgewiesen sind.

Die Federal Reserve Bank of New York vergibt keine Inventarnummern, sondern verwendet die Barrennummern beziehungsweise Meltnummern (deutsch: Schmelznummern) der Hersteller. Ein "Melt" kann bis zu 20 und mitunter auch noch mehr Goldbarren umfassen. Es existiert kein einheitliches System, nachdem Meltnummern herstellerübergreifend vergeben werden. Sie können aus einer Zahlenfolge oder einem alphanumerischen Code von unterschiedlicher Zeichenlänge bestehen.

Lagerung des Goldes bis 2020

Die bisherige Verteilung des Goldbestands der Bundesbank auf New York (43 Prozent), Frankfurt (35 Prozent) London (13 Prozent) und Paris (9 Prozent) wird sich zunehmend nach Deutschland verlagern. Bereits seit 2013 werden schrittweise 374 Tonnen Gold aus Paris nach Deutschland gebracht. Die Aufbewahrung bei der Banque de France soll im Zuge der Verlagerung vollständig aufgegeben werden. Vom derzeit wichtigsten Lagerort New York sollen 300 Tonnen nach Deutschland zurückkehren, sodass sich 2020 mehr als die Hälfte des staatlichen Goldbesitzes im Inland befindet.

Goldreserven Deutschland: Wert und Bestandsentwicklung

Die rund 3.384 Tonnen Gold der Bundesbank hatten Ende 2014 einen Wert von ca. 107 Milliarden Euro. Aktuell liegt der Wert bei ca. 110,5 Milliarden Euro. Wertveränderungen sind fast ausschließlich auf die Goldpreisentwicklung zurückzuführen. Zwar nimmt der Goldbestand der Bundesbank durch regelmäßige Goldverläufe an das Bundesministerium der Finanzen (BMF) kontinuierlich ab.

Der Umfang der Verkäufe ist mit drei bis sechs Tonnen Gold pro Jahr allerdings sehr gering. Das BMF benötigt das Gold für die Prägung deutscher Goldmünzen wie dem Goldeuro (seit 2002), dem Goldeuro Deutscher Wald (2010 bis 2015) und der Goldmünzenserie Heimische Vögel (ab 2016).

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Kommentare [5]
  • von Silberfreund | 14.10.2015, 23:22 Antworten

    Sorry, liebe Leser,
    ich persönlich erachte diesen Bericht als reine Beruhigungstaktik!

    Man verschweigt der Öffentlichkeit hier bewusst die Wahrheit, weil es auf den Edelmetall- und Finanzmärkten ein regelrechtes Beben auslösen könnte, wenn heraus kommt, das die Amerikaner das deutsche Gold in Gänze garnicht zurückführen können!

    Kein Mensch würde den Amis je wieder etwas glauben, geschweige denn etwas anvertrauen.
    Das an der Sache mit der Rückführung des deutschen Goldes etwas faul ist, das ahnt doch jeder Laie.

    Wenn das deutsche Gold dort seit den 50er Jahren lagert, warum und weshalb bitteschön, - dürfen dann ein halbes Jahrhundert später, weder Bundesbanker noch deutsche Politiker das Gold in der Fed nicht mal ansehen, geschweige denn, eine Inventur der EIGENEN GOLDBESTÄNDE durchführen?

    Ganz davon abgesehen, das sich die Herrschaften auf der anderen Seite des Teiches die "sichere Aufbewahrung" des deutschen Goldes mit großer Wahrscheinlichkeit auch gut entlohnen lassen! "Sicherheit" gibt es nunmal nicht umsonst.

    In der Fed ist kein Gold mehr. I

    Das haben die Amerikaner an die Asiaten und Russen verhökert, um ihren Lebensstandard und die Monsterausgaben ihrer Kriegsführung weiterfinanzieren zu können.

    Wenn man so Pleite und Zahlungsunfähig ist wie die Amerikaner es defacto sind, dann ist die Versuchung groß, sich auch mal externer Finanzmittel zu bedienen!

    Die ungeheuerliche Summe der USA-Verschuldung ist überall nachzulesen.
    Zumindest die offizielle Summe.

    Den Anfang vom Ende besorgete bereits 1971 ein Richard Nixon, als er den Gold-Dollar Standard aufhob, dem Dollar damit die Wertunterlegung entzog und das Gold den Spekulationen und Manipulationen über Papierversprechungen freigab.
    Das Dollar und Euro beliebig nachgedruckt werden, ist auch eine Folge davon.

    Die Buchgold- und Silberversprechungen auf Papier, übersteigen bei Weitem die physisch-verfügbaren Edelmetallmengen!
    Was glaubt der Leser was in einer erneuten Finanzkrise los wäre, wenn die Anleger wieder einmal "sichere Häfen" suchen und alle Besitzer ihre zigfach überzeichneten Derivate ihr physisches Material einfordern würden.

    Nichtmal die erste Rückführung eines Bruchteils der auf ein Minimum reduzierten Goldmenge, die bis zum Jahre 2020 aus den Kellern der "Federal Reserve Bank" in New York freigegeben werden sollte, ist eingehalten worden!!

    In New York lagern sage und schreibe 43 Prozent der deutschen Goldreserven und die Amerikaner schicken uns zur Beruhigung erstmal ein paar Nuggets?

    Da können die Banker auflisten soviel sie wollen, - davon haben sie noch kein Gold in Frankfurt.

    Warum braucht man 7 Jahre, um ein Frachtschiff oder ein Cargo-Plane mit Gold zu beladen und auf die Reise zu schicken?
    - Weil man Keines zum zurückführen hat.

    Ich empfehle im Interenet den Youtube-Beitrag:
    ?Glenn Beck: What really happened to the German Gold housed in the United States?
    Er spricht hier nicht nur von einem Diebstahl den Deutschen gegenüber, sondern er hinterfragt gleichzeitig den Verbleib des hinterlegten Goldes der anderen Europäer und amerikanischen Bürger selbst.

    Ich erinnere an den kürzlich aufgedeckten Betrugsfall in den USA, als eine Bank einem älteren Kunden für die Einlagerung einer größeren Silbermenge über Jahre hinweg Einlagerungskosten in Rechnung stellte, die tatsächlich nie im Keller der Bank verwahrt wurde!

    Wie immer, ist die Bank nach Aufdeckung des Betruges mit Anklage, über einen Vergleich mit einer Geldstrafe davon gekommen.
    Das hätte man einer seriösen Bank nie zugetraut, oder?

    Und was ist mit der FED?

    Sorry liebe Leser. - Das deutsche Gold ist weg!

    Ich wette, man wird uns Jahre später mitteilen, das uns der bedauerliche Verlust durch einige Bündel frisch gedruckter Papierdollars "ersetzt" wird!

    Ich hoffe für uns Alle,
    das ich mit meiner Vermutung "voll daneben" liege!


    • von Auruminvestor | 22.10.2017, 01:29 Antworten

      Du liegst nicht daneben. Genau so verhält es sich (leider).

  • von Joe | 15.10.2015, 13:14 Antworten

    @ Silberfreund: Sorry, aber was Sie hier vom Stapel lassen ist das übliche paranoide Geschwafel von Verschwörungsideologen. Und eine Figur wie Glen Beck als Kronzeugen heranzuziehen... selten so gelacht.

    • von blo-rakane | 23.10.2017, 11:00 Antworten

      Sorry Joe,,aber ihre Antwort zu Silberfreunds Aussagen, ist eher die „peinliche Nummer“ hier.
      Wenn man in den I-Foren über Sachverhalte /Aussagen/Analysen zu div. Themen diskutiert, ist es nicht ratsam, sein „Gegenüber“ mit pathologischen Befunden wie „paranoide Geschwafel“ oder Verschwörungsideologen( hirnloses Stigma, weil für eine Verschwörung...müssen es mindestens 2 Personen sein) zu stigmatisieren. Ob das Gold noch da oder weg ist, ist alles spekulativ. Fakt ist ,
      dass die USA 1971 durch Nixon das Bretton-Woods-Abkommen einseitig gekündigt haben. Die FED seit 1913 in privaten Händen ist. Seit 1944 haben die USA die Weltleitwährung und seit 1971 hat der US-Dollar keine Goldbindung mehr. So man mische noch die explizite und implizite Staatsschulden der USA hinzu, dann ist die Analyse von Silberfreund gar nicht so abwegig.

  • von PreciousMetal | 15.10.2015, 13:44 Antworten

    Okay, was Silberfreund am 14.10.2015 klingt schon ein bisschen nach Verschwörungstheorien. Allerdings tragen insbesondere die USA in besonderem Maße dazu bei, dass Gerüchte jedweder Art in Bezug auf deren Solvenz aufkommen. Priting Money oder auch QE genannt löst jedenfalls keinerlei Finanzprobleme.

    Ein Verschuldungsstand von annähernd 16 Billionen USD ist auch keine gute Nachricht für Käufer von US-Staatsanleihen.

    Die USA sind, genauso wie Griecheland, nicht mehr in der Lage durch den Verkauf ihrer Dienstleistungen und Produkte derartige Überschüsse zu erzielen, dass sie damit u.a. Schulden begleichen könnten.

    Joe, Sie würden Ihrem Mieter den Wohnraum auch nicht weiter zur Verfügung stellen, sollte Ihr Mieter 3 mal mit der Miete in Verzug gekommen sein bzw. überhaupt nicht mehr bereit ist diese zu zahlen.

    Wer erstellt eigentlich die Goldeingangslisten bei der Bundesbank in Frankfurt? Doch die Bundesbank selbst, oder? Gibt es außer einem Papier oder Excel-Listen auch einen tatsächlichen Nachweis dafür?

    Mit welchen Transporteuren ist das Gold von New York nach Frankfurt gelangt; in welchen Containern (mit welchen Containernummern?) sind die Barren nach FFM verbracht worden?

    Gibt es einen unabhängigen Gutachter für den Verbleib in Frankfurt?

    Sehr wahrscheinlich nicht!

    Also, alles nur eine weitere Beruhigungspille?

    Die Nachweispflicht für das deutsche Volk liegt bei der Bundesbank!

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