Gold: 1.539,60 € 0,00 %
Silber: 20,89 € +0,01 %
Stand: 02.08.2021 von © Gold.de Redaktion AB/SH
Die große GOLD.DE Reihe "Sachwerte im direkten Vergleich": Wir lassen jeweils einen bestimmten Sparringspartner gegen Gold antreten, dann wird das Duell Runde für Runde nach vorgegebenen Kategorien analysiert. Wer punktet wo? Diesmal im Ring: Oldtimer.
Gold vs. Oldtimer: Der Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Oldtimer seit Jahren im Trend
  • Auch als Sachwertanlage zunehmend gefragt
  • Sehr hoher Gebrauchswert
  • Nachteil: Hohe Anlagekosten, schwierige Kalkulation
  • Geeignet nur für Anleger mit Fachkenntnissen und Spaß am Schrauben
  • Gold punktet mit Einfachheit, Wertbeständigkeit und geringen Anlagekosten

Oldtimer als Geldanlage

Damals mit der großen Liebe im Käfer nach Italien. Die Ästhetik pur eines 63er Jaguar E-Type. Das unnachahmliche Wummern eines alten Lanz Bulldogs, wenn er 10 Liter Hubraum in einem einzigen Zylinder verdichtet. Keine Frage: Oldtimer wecken Leidenschaften.

Und Classic Cars, wie die betagten Liebhaberobjekte auch genannt werden, sind im Trend. Allerdings inzwischen nicht mehr nur als kostspieliges Schrauberhobby. Angesichts von Negativzinsen und Inflationsängsten in Teilen der Bevölkerung betrachten immer mehr ihr altes Schätzchen auch als ernsthafte Investition in einen Sachwert. Und tatsächlich erzielen manche Modelle Wertzuwächse, die nur noch schwindelerregend sind. Können Oldtimer dem Sachwertklassiker Gold wirklich Paroli bieten?

Der Vergleich

Runde 1: Sicherheit

Gold ist unvergänglich und seit Jahrtausenden ein solider Wertspeicher. Ein Totalverlust ist ausgeschlossen.

Anders dagegen ein Oldtimer. Einen Markt im engeren Sinne gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Als Anlagegattung müssen sich Oldtimer also noch beweisen. Und ein Oldtimer kann kaputtgehen durch Feuer, Unwetter oder Unfall. Auch wenn die Versicherung zahlt, so ist das Anlageobjekt verloren. Die Ermittlung der Schadenssumme kann durchaus problematisch sein.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 2: Renditechancen

Zunächst sieht das nach einer klaren Runde für Gold aus, wenn man die Entwicklung des Deutschen Oldtimer Index (DOX) und Gold seit 1999 vergleicht. Gold hat, Stand Jahresende 2019, mit einem Wertzuwachs von 367,2 % im Vergleich zu 164,5 % klar die Nase vorn:

Gold im Vergleich mit Oldtimer-Index DOX

Dennoch ist der Vergleich schwierig. Der DOX ist eine punktebasierte Kennzahl, die vom Verband der Automobilindustrie (VDA) jährlich veröffentlicht wird. Er wird seit 1999 berechnet und gilt als Trendbarometer der Szene. Trotzdem gibt es nicht den Oldtimerpreis, so wie es einen eindeutigen Börsenpreis für Gold gibt.

Es gibt Oldtimermodelle, die im Preis steigen und Modelle, die im Preis fallen. Es gibt Trends, Moden und Teilmärkte. Da sollte man sich schon auskennen. Und es gibt teils extreme Wertänderungen (Volatilitäten), nach oben wie auch nach unten.

Zur Veranschaulichung beispielhaft die Wertentwicklung zweier Oldtimer Modelle für den Zeitraum 2004 bis 2014. Nach Recherchen von AutoBild verlor hier ein Ford Mustang der dritten Generation 15,3 % seines Wertes. Umgekehrt konnte ein BMW 2002 ti im selben Zeitraum um 271 % zulegen.

Oldtimer: Wert Gewinner und Verlierer

Und selbst das Beispiel Ford Mustang zeigt, wie schwierig der Oldtimer Markt ist. Denn wo der Mustang III verloren hat, schaut es bei anderen Modellen derselben Marke wieder ganz anders aus. "Ein Mustang von 71-73, vor 10 Jahren noch ohne großen Wertzuwachs zu bekommen, hat seinen Preis in den letzten 5 Jahren verdoppelt. Waren solche Modelle 2004 noch deutlich unter 10.000 Euro zu haben, so betrug der Preis 2012 schon 15.000 Euro. Heute in 2017 sind diese Modelle in gutem Zustand nicht mehr unter 30.000 Euro zu bekommen", so äußerte sich Norbert Kutzera, Inhaber von NR Classic Car Collection, uns gegenüber in 2017.

Oldtimer Ford Mustang
Im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Ford Mustang III, ist dieser Mustang Bj. 1973 ein Wertgewinner

Da hier aber Chancen auf Rendite bewertet werden sollen, vergeben wir ein Unentschieden. Denn unter der Voraussetzung dass man in das richtige Modell investiert hat kann die Wertentwicklung eines Oldtimers ein Goldinvestment auch bei weitem übertreffen.

Unser Fazit: Unentschieden

Runde 3: Verfügbarkeit

Wer schnell liquide Mittel braucht, kann Gold jederzeit einfach und gut verkaufen. Der Markt ist groß und da es einen für jeden einsehbaren Spotpreis für Gold gibt, sind Preise transparent nachvollziehbar und vergleichbar. An diesem tagesaktuellen Weltmarktpreis orientieren sich alle Goldprodukte.

Der Verkauf eines Oldtimers dauert. Die Preisfindung erfolgt individuell nach Begutachtung und je nach Modell kann der Markt sehr eng sein.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 4: Lagerung & Mobilität

Gold ist kompakt und mobil. Man kann es überall hin transportieren.

Ein Oldtimer braucht Platz und muss vor Witterungseinflüssen geschützt sein. Ist er nicht fahrbar, muss ein Hänger her. Ein Oldtimer verliert schnell an Wert, wenn er nicht bewegt wird. Das weiß jeder Liebhaber. Hier kann man nicht einfach lagern, ein Oldtimer ist ein Fahrzeug und muss bewegt werden", so Kutzera weiter. Diese Runde geht somit an Gold.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 5: Diebstahlrisiko

Gold weckt immer Begehrlichkeiten. Es hat einen hohen Wert, ist mobil und leicht transportabel.

Einen Oldtimer zu klauen ist da schon aufwändiger. Man könnte auch sagen: Auffälliger.

Unser Fazit: Punkt für Oldtimer

Runde 6: Anonymität

Nicht jeder möchte preisgeben, was er hat. Gold ist anonym. Man kann es bis zu einem Betrag von 1.999,99 Euro anonym kaufen, und man kann es anonym verkaufen. Letzteres allerdings nur privat. Und man kann es diskret lagern.

Bei Oldtimern ist es spätestens bei der Zulassung vorbei mit der Anonymität. Außerdem ist ein 54er Mercedes 300 SL Gullwing (genau, der mit den Flügeltüren) auch nicht gerade unauffällig.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 7: Anlagekosten

Unter dem Begriff "Anlagekosten" wollen wir alle Faktoren einrechnen, die nötig sind, um das Anlageobjekt zu kaufen, zu erhalten, zu lagern und zu verkaufen. Also all die Kosten, die on top zur eigentlichen Anlagesumme hinzugerechnet werden müssen.

Bei Goldbarren oder Anlagemünzen wie etwa der Krügerrand setzt sich der Preis zusammen aus dem Spotpreis sowie die Kosten des jeweiligen Händlers, auch Aufgeld genannt. Dazu kommen Lagerkosten für einen Safe oder ein Bankschließfach. Alles in allem ist das aber überschaubar.

Ganz anders ein Oldtimer. Die Kosten für Restaurierung können immens sein. Dazu kommen je nach Nutzung Kosten für Zulassung, Steuer, Versicherung, TÜV, H-Kennzeichen, Benzin, Betriebsmittel und Ersatzteile. Meist braucht es auch eine extra Garage.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 8: Spaßfaktor

OK, man kann natürlich seine Goldmünzen Sammlung anschauen. Man kann Goldbarren oder Nuggets anfassen. Aber mal ehrlich: Spaß geht anders.

Hier punktet klar der Oldtimer. Der Gebrauchswert ist hoch, insbesondere wer sowieso Spaß am Schrauben hat. Ausfahrten mit Gleichgesinnten, Oldtimertreffen, Oldtimer Rallyes, oder einfach nur mit einem alten Porsche an einem lauen Sommerabend ein paar Kurven sezieren - da kann Gold nicht mithalten.

Unser Fazit: Punkt für Oldtimer

Fazit

Vergleich Gold und Oldtimer als Geldanlage

Unter allen Sachwertanlagen sind Oldtimer wohl die Klasse, die am meisten Spaß macht. Eine emotionale Rendite ist nicht zu unterschätzen. Aber hierin liegt auch die größte Gefahr für Anleger. Wer ein Hobby mit Leidenschaft betreibt, neigt dazu, nicht so genau aufs Geld zu schauen. Betrachtet man aber Oldtimer unter dem Aspekt der Geldanlage, dann müssen sich Investitionskosten rechnen.

Wer also sauber kalkulieren kann und zudem über Fach- und Marktkenntnisse verfügt, für den können Oldtimer ein lohnenswertes Investment sein, auch als Beimischung im persönlichen Vermögensportfolio.

"Grundsätzlich können Oldtimer eine Wertanlage sein. Allerdings nicht für jeden. Und selbst bei der richtigen Wahl des Modells ist ein Fehlkauf durch eine falsche Bewertung des Zustandes nicht ausgeschlossen. Damit es keine böse Überraschung gibt bieten wir unsere Unterstützung an", Monika Mummrey Classic Car Tours, ein auf Oldtimer Touren und Events spezialisierter Veranstalter.

Clevere Anleger richten ihr Augenmerk sowieso auch auf sogenannte Youngtimer. Damit sind Autos gemeint, die jünger als 30 Jahre sind und somit noch nicht die H-Plakette für Oldtimer führen dürfen. Hier sind Markt und Ersatzteilversorgung noch vergleichsweise gut und bieten daher Chancen für einen günstigen Kauf.

Weitere Sachwert-Vergleiche

Hier die anderen Battles aus der GOLD.DE-Reihe:

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von Eric | 27.04.2020, 11:07 Antworten

Oldtimer lohnen sich nicht in jedem Fall aber der Spaß siegt.
Da ich sonst gar kein Auto habe da ich nicht auf ein Kfz angewiesen bin ist mein Käfer einfach eine Bereicherung. Ich erfreue mich jedes mal an ihm wenn ich ihn in meiner Tiefgarage sehe. Dieses Gefühl schafft Gold nicht - man lebt nur 1x - bei Gold kann man auch betrogen werden sofern man an einen falschen Händler gerät.

von alex | 02.11.2019, 14:50 Antworten

gold ist besser

von irgendwo aus dem nirgendwo | 17.06.2017, 00:19 Antworten

Die Daten sollten evtl. Angefasst werden der Stand für anonyme Golldgeschäfte ist nun bei 9999,99 €
Ihr habt darüber auch einen guten Artikel geschrieben!
[ Anmerkung der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis! Ab 26. Juni gelten offiziell die 9.999,99 Euro. Wir haben den Artikel nun entsprechend angepasst. ]

von Graf von Henneberg | 28.04.2017, 15:55 Antworten

Oldtimer: Besteht ja in der Hauptsache aus Eisen, welches dem Oxydationsprozeß unterworfen ist. Irgendwann wird das Eisen in Eisenoxyd übergegangen sein. Das kann mit Aurum (Gold) nicht passieren. Außerdem braucht Gold keinen TÜV.

Und: im Ernstfall wird der Müller lieber Gold oder Silber für einen Sack Weizen nehmen als ein altes Auto.

Aber: Der Oldtimer macht dem Eigentümer während seines irdischen Daseins mehr Freude.

Übrigens: Wer lagert denn schon sein Gold im Bankschließfach? Das sollte man nicht tun. Dazu ist Gold zu wertvoll, als es der Öffentlichkeit preiszugeben.

von Alex | 21.04.2017, 11:11 Antworten

Beim Punkt 7 kann man geteilte Meinung sein.
Zum Thema Gold im Schließfach bei der Bank: Die Kosten betragen mindestens 40 € im Jahr. Außerdem ist der Inhalt nicht versichert (steht leider nur im Kleingedruckten). Um den Inhalt zu versichern werden höhere Gebühren Fällig und zwar richten sich diese nach dem Wert des Schließfachinhaltes. Außerdem kommt man bei den meisten Banken nur zu den Öffnungszeiten an sein Hab und Gut. Im Falle der Bankschließung (wir erinnern uns an Griechenland) steht man einfach nur vor der Tür ganz traurig da!
Zum Thema Oldtimer und deren Kosten: Falls man sich entschließt den Oldtimer als längerfristige Anlage zu betrachten, dann gibt es die Möglichkeit diesen von Flüssigkeiten zu befreien, diesen in Plastikhülle zu vakuumieren und für die nächsten 10 Jahren in die Garagen bzw. Scheunenecke zu stellen. Da entstehen weder Kosten für Zulassung, Versicherung, Reparatur und etc. noch wird der Verfall des Bleches fortschreiten.
Wie schon gesagt, bei der Bewertung kommt es immer auf die individuelle Planung an.

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