Gold: 1.546,52 € -0,66 %
Silber: 20,83 € -1,56 %
Stand: 01.07.2021 von © Gold.de Redaktion AB/SH
Die große GOLD.DE Reihe "Sachwerte im direkten Vergleich": Wir lassen jeweils einen bestimmten Sparringspartner gegen Gold antreten, dann wird das Duell Runde für Runde nach vorgegebenen Kategorien analysiert. Wer punktet wo? Diesmal im Ring: Die Immobilie.
Gold vs. Immobilie: Der Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Immobilie punktet mit hohem Gebrauchswert & regelmäßigen Erträgen
  • Saubere Kostenkalkulation ist Pflicht
  • Nach Einzelrunden bewertet bietet Gold mehr Vorteile
  • Beide Sachwert-Assets ergänzen sich daher gut
  • Individuelle Lebens- und Vermögenssituation ausschlaggebend

Immobilien als Geldanlage

Astronomische Immobilienpreise, steigende Mieten, knapper Baugrund: Keine Frage, Immobilien boomen. Der Grund dafür ist klar. Seit sich Zinsprodukte wegen Nullzins oder Negativzins nicht mehr rechnen und auch in Teilen der Bevölkerung Inflationsängste existieren, suchen Anleger handfeste Alternativen bei Sachwerten. Dabei hat sich für Immobilieninvestments nicht umsonst die Bezeichnung Betongold etabliert.

Zieht man jetzt noch in Betracht, dass seit Jahren in bestimmten Schichten überproportionale Vermögenszuwächse stattfinden, dann wird klar, warum soviel Geld in den Immobilienmarkt drängt. Allerdings sind auch schon erste Stimmen zu hören, die in manchen Regionen eine Immobilienblase sehen wollen.

Aber das ist nicht alles. Der Gebrauchswert einer eigenen Immobilie ist ein gewichtiges Argument. Dennoch ist im internationalen Vergleich der Anteil derjenigen, die in Deutschland zur Miete wohnen, seit Jahrzehnten überproportional hoch. Die Einsicht setzt sich aber langsam durch, dass sich der Erwerb von Wohneigentum auch bei hohen Immobilienpreisen rechnen kann. Denn die Gegenrechnung lautet ja immer: Jahrzehntelange Mietzahlungen, Mietpreiserhöhungen inklusive.

Als Anlagemöglichkeit bietet sich zunächst der direkte Immobilienkauf an. Wer es komfortabler mag, der lässt kaufen und investiert hierfür in Immobilienfonds. Diese sind zwar mit zusätzlichen Kosten für das Fondsmanagement verbunden, dafür ist man breiter investiert. Eine weitere Alternative ist der Erwerb von Aktien an Unternehmen, deren Geschäftsfeld Immobilien sind. Mit Deutsche Wohnen und Vonovia sind, Stand Juli 2021, gleich zwei solche Unternehmen im DAX vertreten.

Der Vergleich

Runde 1: Mobilität

Immobilie kommt von im-mobil, meint also eine unbewegliche Sache. Klare Runde somit an Gold. Man kann es überall mitnehmen und überall verkaufen.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 2: Diebstahlrisiko

Wenn Mobilität der Vorteil von Gold ist, dann ist dies gleichzeitig auch ein Nachteil. Denn alles, was klein, transportabel und wertvoll ist, weckt Begehrlichkeiten.

Unser Fazit: Punkt für Immobilie

Runde 3: Verfügbarkeit

Bei Liquiditätsproblemen kann man Gold schnell und einfach verkaufen. Ein Immobilienverkauf dauert viel länger.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 4: Klumpenrisiko

Als Klumpenrisiko bezeichnet man einen verhältnismäßig großen Vermögensanteil, der in eine einzige Vermögensklasse investiert ist. Eine Immobilie ist sperrt in der Regel einen erheblichen Teil der Liquidität. Man hat höchstens die Möglichkeit, anteilig in Immobilienfonds zu investieren.

Ein Goldinvestment ist hier deutlich smarter. Man kann auch mit einem kleinen Betrag einen Goldkauf tätigen, flexibel ansparen, und bei Bedarf einfach reduzieren.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 5: Regelmäßige Erträge

Eine gut vermietete Immobilie bringt, sauber kalkulierte Bewirtschaftung vorausgesetzt, regelmäßige Einnahmen. Bei Gold dagegen besteht die einzige Möglichkeit des Wertzuwachses darin, dass der Kurs steigt.

Unser Fazit: Punkt für Immobilie

Runde 6: Renditechancen

Auch wenn die Entwicklung der Immobilienpreise in den letzten Jahren eindeutig ist: Die Frage nach der Rendite ist bei Immobilien pauschal nicht zu beantworten. Denn die Immobilie gibt es nicht. Es gibt noch nicht mal den Immobilienindex, sondern eine Vielzahl konkurrierender Indizes, erstellt von diversen Akteuren der Immobilienwirtschaft.

Dazu kommt, dass Renditeberechnungen bei Immobilien sehr komplex sind. Nur einige Stichworte: Lage, baulicher Zustand, Art und Ausstattung der Immobilie, Privat- oder Gewerbeimmobilie, Eigentum oder Vermietung, Art der Finanzierung, allg. Kosten- und Zinsniveau, Denkmalschutz, Mietpreisniveau, Bauvorschriften, demografische Entwicklung.

Nur beispielhaft daher der nachfolgende Chartvergleich mit der Entwicklung der Immobilienpreisepreise in Deutschland nach Statista / Empirica für den Zeitraum 2004 - 2020. Diese stellen ein gewichtetes Mittel aus Kauf- und Mietpreisen für Wohnimmobilien dar:

Vergleich Gold Immobilien
Vergleich Immobilienpreise und Goldpreis 2004 -2020

Auch wenn Gold im betrachteten Zeitraum klar die Nase vorn hat: Wir vergeben ein Unentschieden, da auch der Goldpreis lange Phasen der Seitwärts- oder Abwärtsbewegung kennt, wie das etwa im Zeitraum 1982 - 2005 der Fall war. Zudem schwankt der Goldpreis stärker (Volatilität).

Unser Fazit: Unentschieden

Runde 7: Gebrauchswert

In einer Immobilie kann man wohnen. Bei Gold gibt es zwar Nachfragen seitens der Industrie oder der Schmuckbranche, der Punkt geht aber klar an die Immobilie.

Unser Fazit: Punkt für Immobilie

Runde 8: Anlagekosten

Unter dem Begriff Anlagekosten wollen wir Faktoren einrechnen, die nötig sind, um das Anlageobjekt zu kaufen, zu erhalten, zu lagern und zu verkaufen. Also all die Kosten, die on top zur eigentlichen Anlagesumme hinzugerechnet werden müssen.

Der Erwerb, Unterhalt oder Verkauf einer Immobilie kostet viel Geld, ist langwierig und kompliziert. Stichworte: Allgemeiner Unterhalt, Kosten für Versorger, Grundsteuer, Finanzierung, Notar, Makler, Grunderwerbssteuer, Grundbucheintrag oder Gutachten. Von einem möglichen Ärger mit Mietern ganz zu schweigen.

Ganz anders dagegen Gold. Ein relativ überschaubarer Betrag für ein Bankschließfach oder einen Tresor, dazu ein Handelsaufschlag im kleinen Prozentbereich, das wars.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 9: Steuer

Die steuerliche Regelung bei Anlagegold ist einfach zu verstehen und aus Anlegersicht vorteilhaft: Gewinne aus dem Verkauf müssen nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr nicht versteuert werden. Vor dieser Jahresfrist gilt eine Freigrenze von 600 Euro.

Bei der Immobilie fällt nur dann keine Steuer auf Gewinne an, wenn das Haus oder die Wohnung in den letzten drei Jahre vor dem Verkauf selbst genutzt wurde. Bei nicht selbstgenutzten Grundstücken oder Wohnungseigentum - beim klassischen Immobilieninvestment häufig der Fall - gilt aber eine Frist von 10 Jahren.

Unser Fazit:  Punkt für Gold

Runde 10: Anonymität

Gold kann man bis zu einem Betrag von 1.999 Euro anonym kaufen, man kann es anonym verkaufen (dann aber nur privat) und man kann es sogar diskret lagern.

Immobilienbesitz dagegen ist niemals anonym.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 11: Physische Sicherheit

Gold trotzt Wasser, Feuer oder Erdbeben. Es überdauert Jahrhunderte vergraben in der Erde und hat immer noch einen Wert.

Immobilien nutzen sich ab, müssen gepflegt werden und sind anfällig für Naturkatastrophen.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 12: Emotionale Rendite

Die eigenen vier Wände, der eigene Garten: Wird die Immobilie selbst genutzt, dann ist das Gefühl, sein eigener Herr im Haus zu sein, unbezahlbar. Klarer Punkt für die Immobilie.

Unser Fazit: Punkt für Immobilie

Runde 13: Altersrendite

Im Alter mietfrei in der eigenen Wohnung leben zu können ist ein weiter Aspekt, der für das Immobilieninvestment spricht. Denn es handelt sich dabei um ein indirektes Einkommen, was zudem steuerfrei ist. Sowas bessert die Rente spürbar auf.

Unser Fazit: Punkt für Immobilie

Fazit

Geldanlage Vergleich: Gold und Immobilien Vergleich der Sachwert-Anlageformen Gold und Immobilien

Fazit

Auch wenn Gold in unserem Vergleich der Sachwertanlagen am Ende mehr Einzelrunden für sich entscheidet: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. In der persönlichen Asset Allocation haben daher beide Anlageformen ihre Berechtigung.

Was in welcher Gewichtung für Anleger in Frage kommt, muss letztlich nach der individuellen Lebenssituation entschieden werden. Bei Gold empfiehlt sich allgemein ein Anteil von 5 - 15 % am Gesamtvermögen.

Weitere Sachwert-Vergleiche

Hier die anderen Battles aus der GOLD.DE-Reihe:

Ihre Meinung zum Thema?
Sicherheitsfrage: Wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar und Name zur Veröffentlichung auf GOLD.DE gespeichert wird. Die Netiquette für Kommentare hab ich gelesen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Unsere Datenschutzerklärung.
von kemal | 12.10.2019, 08:33 Antworten

ich habe jahr 1995 102 unze fein Gold gekauft für 38400 us dollar ...heute aktuel 102 unze gold 153000 us dollar wert also 400 fach wert gestiegen

1 Antwort an kemal anzeigen
von Baumann | 24.08.2018, 12:22 Antworten

Bei der Bewertung wird leider nicht zwischen der Immobilie als Eigenheim und zusätzlich vermieteten Immobilien unterschieden. Hier liegen aber bedeutsame Unterschiede vor. Nur das Eigenheim hat einen höheren emationalen Nutzen und wird bei weiterer Sozialisierung der Politik nicht so hoch besteuert und auch nicht so schnell enteignet. Bei Mietobjekten und den bekannten Zielsetzungen mancher Parteien darf man hier vor einer schleichenden Enteignung keinesfalls sicher sein. Sozialisten haben schon immer vom Sichtbaren ausgehend ihre Begehrlichkeiten entwickelt. Gold muss niemand diesen neidkranken besonderen Mitmenschen zeigen und Lastenausgleich auf Gold kann bei Anonymität auch niemand verlangen.
Einige besonders bankgläubige berechnen ihre Eigenkapitalverzinsung bei einer Finanzierung mit 80% Fremdkapital. Sicher ist hierbei nur der Vorteil der finanzierenden Bank. Für den Hausinvestor kann im Krisenfall, wenn die Immobilienpreise sinken und er den vollständigen Kapitaldienst nicht mehr pünktlich zahlen kann, nur der Totalverlust als Endergebnis verbleiben. Jeder Bänker muss die Zwangsversteigerung sofort einleiten, wenn die Schulden über dem möglichen Verkaufspreis des Hauses liegen und Zahlungsschwierigkeiten beim Kunden sich zeigen. Dann hätte er wohl lieber zu Miete gewohnt und seine Rücklagen in Gold angelegt.

von Ahab | 29.06.2017, 14:45 Antworten

Kommt auch drauf an wo die Immobilie ist. Oma hat 1960 ne Wohnung für 100.000 DM in Selb gekauft. 2000 verstorben, Erben haben knappe 40.000 Euro dafür erhalten -> Schlechte Wahl der Immobilie. Auch ohne Berücksichtigung der Inflation.
Wir haben Haus bei München gekauft, 2007 für 220.000 Euro. Im Immoscout stehen aktuell verhleichbare Häuser für 550.000 Euro drinn und werden so auch verkauft. -> Gute Wahl.

Problem dabei, keiner weis auf Jahrzehnte wie sich eine Immobilie wo entwickelt.

1 Antwort an Ahab anzeigen
von Golden Girl | 07.06.2017, 19:15 Antworten

Wundert mich, dass das Thema "Erben" hier nicht mit aufgeführt ist. Ich wünsche jedenfalls keinem eine Erbengemeinschaft bei Immobilien…..

1 Antwort an Golden Girl anzeigen
von t | 07.06.2017, 09:56 Antworten

Sehr guter und neutral geschriebener Artikel! Vielen Dank!

Copyright © 2009-2021 by GOLD.DE – Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"