Gold: 4.062,90 € -0,05 %
Silber: 66,48 € -0,15 %
Stand: 21.05.2025 von © GOLD.DE Redaktion
In unserer Reihe "Sachwerte im direkten Vergleich" tritt diesmal die Aktie gegen Gold an. Wer überzeugt in welchen Disziplinen – und wer liegt am Ende vorn?
Gold vs. Aktie: Der Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Aktie: Sachanlage, aber es muss relativiert werden
  • Aktie punktet mit regelmäßigen Erträgen & Renditechancen
  • Gold punktet mit Wertbeständigkeit & Sicherheit
  • Aus Anlegersicht ist die Preis-Korrelation interessant
  • Beide Anlageklassen gehören in jedes Portfolio (Diversifikation)

Update Mai 2025: Gold und der deutsche Aktien-Leitindex „DAX 40” marschierten in seltenem Gleichklang durch das Jahr 2025 – mit einer kurzen und heftigen Abweichung im April – stramm nach oben. Seit Jahresbeginn (Year to Date, YTD) beträgt das Plus bei Gold in Euro ca. 13 Prozent, beim DAX 40 sogar ca. 19 Prozent.

Die Aktie als Geldanlage

Aktien gelten unter Ökonomen als Sachwerte, da sie durch reale Substanz wie Produktionsanlagen, Maschinen, Gebäude, Patente oder Warenlager gedeckt sind.

Dennoch sollte man differenzieren: Aktienkurse spiegeln oft Zukunftserwartungen wider, die nicht immer durch reale Werte gedeckt sind. Unternehmen mit geringem Eigenkapital oder hoher Verschuldung können schnell an Substanz verlieren – wie während der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre, als viele Firmen kaum mehr als eine angemietete Büroetage und eine trendige Idee vorzuweisen hatten.

Aktien repräsentieren Unternehmensanteile. Als Aktionär ist man direkt am Unternehmen beteiligt – mit allen Chancen und Risiken. Bei erfolgreicher Geschäftsentwicklung winken Dividenden oder Kursgewinne. Im Falle einer Insolvenz droht jedoch der Totalverlust. Einzelaktien bieten hohe Chancen, aber auch hohe Risiken. Alternativ ermöglichen Aktienfonds oder ETFs eine breite Streuung über viele Unternehmen hinweg – mit reduziertem Risiko, aber meist auch geringeren Renditechancen.

Der Vergleich: Ring frei – das Duell beginnt!

In unserer Reihe „Sachwerte im direkten Vergleich“ analysieren wir Gold und Aktien Runde für Runde.

Runde 1: Inneres Wachstum

Aktien haben die Fähigkeit, aus sich selbst heraus zu wachsen – durch Innovationen, Expansion oder Effizienzsteigerungen.

Gold hingegen bleibt ein statischer Rohstoff ohne eigenes Wachstumspotenzial.

Ergebnis Runde 1: Punkt für die Aktie

Runde 2: Regelmäßige Erträge

Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, regelmäßige Dividenden oder Sonderdividenden zu erhalten. Diese Ausschüttungen sind jedoch keine Garantie, sondern hängen von der Unternehmenspolitik und der wirtschaftlichen Lage ab.

Gold hingegen generiert keine laufenden Erträge. Es wirft weder Zinsen noch Dividenden ab und bleibt somit passiv im Portfolio.

Ergebnis Runde 2: Punkt für die Aktie

Runde 3: Anlagekosten

Unter dem Begriff „Anlagekosten” wollen wir Faktoren berücksichtigen, die nötig sind, um in eine Anlageform zu investieren, sie zu erhalten, zu lagern und wieder zu verkaufen. Bei Aktien sind dies die Gebühren für Kauf und Verkauf. Für Gold gibt es einen kleinen Handelsaufschlag.

Da Aktiendepots jedoch meist kostenlos sind, geht diese Runde an die Aktie. Denn für Gold muss man sich in der Regel ein Schließfach mieten oder einen Safe kaufen.

Ergebnis Runde 3: Aufgrund der geringeren laufenden Kosten und der Verfügbarkeit von kostenlosen Depots geht dieserPunkt an die Aktie.

Runde 4: Sicherheit

Einzelaktien bergen das Risiko eines Totalverlusts, falls das Unternehmen insolvent wird. Bei Aktienfonds oder ETFs ist dieses Risiko durch breite Streuung minimiert; ein Totalverlust würde voraussetzen, dass alle enthaltenen Unternehmen gleichzeitig ausfallen – ein nahezu undenkbares Szenario.

Gold hingegen hat in der Geschichte der Menschheit noch nie einen Totalverlust erlitten. Selbst in wirtschaftlich turbulenten Zeiten behielt es seinen inneren Wert.

Ergebnis Runde 4: Punkt für Gold

Runde 5: Inflationsschutz

Gold gilt traditionell als Absicherung gegen Inflation. In Zeiten steigender Preise und wirtschaftlicher Unsicherheit wird es verstärkt nachgefragt, was den Preis steigen lässt.

Aktien können ebenfalls einen Inflationsschutz bieten, insbesondere wenn man in solide, große Unternehmen mit Preissetzungsmacht investiert. Diese Unternehmen sind in der Lage, steigende Kosten an die Endkunden weiterzugeben.

Da der Goldpreis häufig negativ mit dem Aktienmarkt korreliert, können Aktien in Phasen, in denen Gold an Wert verliert, die Aufgabe des Werterhalts übernehmen. So war es beispielsweise zwischen 1985 und 2005.

Ergebnis Runde 5: Punkt für beide

Runde 6: Renditechancen

Für einen langfristigen Vergleich der Renditechancen betrachten wir die Entwicklungen von DAX, Dow Jones und Gold seit dem 31. Dezember 1987 – dem Startpunkt des DAX mit 1.000 Punkten und dem Jahr seiner Einführung in der heutigen Form (Normierung).

Ein direkter Vergleich ist natürlich problematisch, da die Charts unterschiedlich berechnet werden. Beim Gold dient uns der Preis als Grundlage (hier in DM bzw. Euro). DAX und Dow Jones sind dagegen punktebasiert. Darüber hinaus ist der Dow Jones ein sogenannter „Kursindex” (Dividendenzahlungen werden nicht berücksichtigt), während der DAX ein „Performance-Index” ist (Dividendenzahlungen werden berücksichtigt).

Dennoch reicht es für eine allgemeine Aussage, wenn man die Werte in Prozent umrechnet:

Der Goldpreis in Euro ist zwischen dem 1. Januar 1987 und dem 30. April 2025 um etwa 709 % gestiegen, was einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von ca. 5,9 % entspricht.

Die Gesamtrendite des DAX-Performance-Index (inkl. Dividenden) vom 1. Januar 1987 bis zum 30. April 2025 beträgt etwa 2.100 Prozent. Das bedeutet, dass sich ein Investment in den DAX in diesem Zeitraum mehr als verzwanzigfacht hat.

Der Dow Jones Industrial Average (Kursindex, ohne Dividenden) erzielte zwischen dem 1. Januar 1987 und dem 30. April 2025 eine Gesamtrendite von etwa 2.100 %, entsprechend einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von ca. 8,6 % (s. Grafik). Mit Dividenden (Total Return Index) sind es beim Dow Jones sogar rund 3.000 Prozent Gesamtrendite, durchschnittlich ca. 10,7 Prozent pro Jahr.

Diese Renditebetrachtung erfolgt jedoch jeweils vor Steuern. In der Betrachtung der Nettorendite macht dies einen wesentlichen Unterschied, da Veräußerungsgewinne bei physischem Anlagegold nach einer Haltedauer von 12 Monaten steuerfrei sind.

Erträge aus Dividenden und Aktienkursgewinnen (ohne Spekulationsfrist) müssen hingegen unter Berücksichtigung relativ geringer Freibeträge versteuert werden (Details siehe Runde 11).

Geld anlegen: Dax, Dow Jones oder Gold?Chartvergleich Dax, Dow Jones und Gold (indexiert auf das Jahr 1987, Veränderungen in Prozent

Korrelation

Ebenfalls gut zu erkennen: Gold steht oft in negativer Korrelation zu Aktien. In Zeiten, in denen Aktien fallen oder das allgemeine Krisenbewusstsein wächst, steigt der Goldpreis, da Gold als sicherer Hafen gilt.

Ein Beispiel hierfür ist die Finanzkrise 2007/08 oder die jüngsten geopolitischen Spannungen in Osteuropa (Russland-Ukraine-Krieg) und im Nahen Osten (Israel-Palästina-Iran) sowie der sich abzeichnende globale Handelskrieg zwischen den USA, China, Japan, Europa, Kanada, Mexiko etc.

Unser Fazit bei der Rendite: Punkt für die Aktie


Runde 7: Volatilität / Kursrisiko

Volatilität bezeichnet die Schwankungen in den Kursbewegungen – sowohl nach oben als auch nach unten. Gold zeigt insgesamt ein stabileres Verhalten, insbesondere in Krisensituationen.

Dies zeigte sich deutlich im März und April 2025, als die Aktienmärkte aufgrund des sich zuspitzenden globalen Handelskonflikts einbrachen. Der Goldpreis hingegen stieg kontinuierlich und erreichte neue Allzeithochs.

Erst Ende Mai 2025 erholten sich die Aktienmärkte wieder, basierend auf der Hoffnung, dass sich die geopolitischen und wirtschaftlichen Spannungen bald legen – ein bisher unbegründeter Optimismus.

Ergebnis Runde 7: Punkt für Gold

Runde 8: Mobilität & Verfügbarkeit

Gold ist leicht zu transportieren und man kann es überall auf der Welt leicht verkaufen.

Der Kauf und Verkauf von Aktien erfolgt digital und ist in der Regel schneller, da kein physischer Transport nötig ist. Allerdings ist eine funktionierende Internetverbindung erforderlich, und Transaktionen sind von der Verfügbarkeit von Banken oder Brokern abhängig.

Teilverkäufe sind sowohl bei Gold als auch bei Aktien problemlos möglich.

Ergebnis Runde 8: Punkt für beide

Runde 9: Anonymität

In Deutschland kann Gold bis zu einem Betrag von 1.999,99 Euro anonym per Barzahlung erworben werden. Ein anonymer Verkauf von Gold ist nur im privaten Rahmen möglich; gewerbliche Händler sind gesetzlich verpflichtet, die Identität des Verkäufers zu erfassen.

Aktien können nicht anonym gehandelt werden, da der Erwerb stets über ein namentlich geführtes Depot erfolgt, sie kann also nicht mithalten.

Ergebnis Runde 9: Punkt für Gold

Runde 10: Diebstahlrisiko

Alles was klein, transportabel, wertvoll, und einfach zu verkaufen ist, zieht Langfinger und Betrüger an. Gold weckt hier eindeutig mehr zweifelhafte Begehrlichkeiten.

Ergebnis Runde 10: Punkt für die Aktie

Runde 11: Steuer

Die Besteuerung von Anlagegold ist aus Anlegersicht vorteilhaft und einfach: Gewinne aus dem Verkauf sind nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr steuerfrei. Innerhalb dieser Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr.

Die Steuerregelungen bei Aktien sind dagegen komplexer. Gewinne aus Aktienverkäufen oder Dividendeneinkünfte unterliegen der Abgeltungsteuer von pauschal 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Abgeltungsteuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer (8 % oder 9 %). Insgesamt kann die Steuerbelastung somit bis zu 28 % betragen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Steueroptimierung: den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, Freistellungsaufträge, Nichtveranlagungsbescheinigungen, die Günstigerprüfung oder vor 2008 gekaufte Aktien. Bei komplexeren Sachverhalten, insbesondere mit ausländischen Aktien, ist eine steuerliche Beratung empfehlenswert.

Ein weiterer Nachteil: Realisierte Verluste aus Aktiengeschäften können steuerlich nicht mehr mit positiven Erträgen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden.

Ergebnis Runde 11: Punkt für Gold

Runde 12: Einfachheit

Was Gold ist, versteht jedes Kind.

Wer hingegen in Aktien investieren möchte, sollte sich mit Branchenkenntnissen, dem Geschäftsmodell des Unternehmens sowie Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der Eigenkapitalquote vertraut machen.

Ergebnis Runde 12: Punkt für Gold

Runde 13: Währungsrisiko

Da der Goldpreis in Dollar notiert wird, ist gelegentlich zu vernehmen, dass ein prinzipielles Währungsrisiko bestünde. Dies ist nur zur Hälfte richtig. Denn umgekehrt kann sich der Euro-Dollar Wechselkurs auch zum Vorteil für Goldanleger entwickeln.

Auch Unternehmen, insbesondere international tätige, sind von Wechselkursen betroffen. Ein starker US-Dollar kann Exporte verteuern, während ein schwacher Dollar sie begünstigt. Zudem werden viele Rohstoffe, wie Öl, in US-Dollar gehandelt, was die Kostenstruktur beeinflusst.

Runde 13: Keine Wertung

Das Fazit: Gold vs. Aktie

Geldanlage Vergleich: Aktien oder Gold?

Auch wenn unser Vergleich im Ergebnis ein Unentschieden zeigt: Eine pauschale Empfehlung à la „die beste Geldanlage ist ...“ gibt es nicht. Aktien und Gold sollten gemeinsam in einem diversifizierten Vermögensportfolio vertreten sein. Die Antwort lautet also: Miteinander statt gegeneinander.

Gold dient als Sicherheitsanker, während Aktien für Renditechancen sorgen. Regelmäßige Erträge in Form von Dividendenzahlungen oder Sonderausschüttungen sind ebenfalls hervorzuheben.

Eine weitere Besonderheit bei Aktien sind Rückkaufprogramme, bei denen Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen. Dies reduziert den Free Float und kann den Aktienkurs positiv beeinflussen.

Diesen Vorteil bietet Gold nicht. Allerdings absorbieren Zentral- und Notenbanken seit 2010 als Netto-Käufer einen wesentlichen Teil des jährlichen Goldangebots.

Die Gewichtung von Gold und Aktien im Portfolio sollte individuell festgelegt werden. Ein Goldanteil zwischen 5–15 % des Gesamtvermögens gilt allgemein als empfehlenswert. Laut Daten des World Gold Council liegt der weltweite Durchschnitt aktuell bei lediglich 2,6 %.

Weitere Sachwert-Vergleiche

Hier die anderen Battles aus der GOLD.DE-Reihe:

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von Kirchspitze | 07.11.2023, 16:52 Uhr Antworten

Hätte ich mein Berufsleben lang immer wieder gewisse Beträge in physische EM gespart, so hätte ich heute ein großes Vermögen zusammen. Zudem noch ohne lästige Steuern/Abgaben etc. Seit der Euroeinführung hat sich der Goldpreis mehr als versiebenfacht und damit die Kaufkraft nicht nur erhalten.
Dazu noch Weißmetalle und man ist sehr gut abgesichert.

von Alex | 19.05.2023, 13:38 Uhr Antworten

Meine Güte, man kann immer ein Unentschieden erreichen, wenn man „Softskills“ wie Einfachheit und Anonymität reinnimmt. Der Vergleich hinkt ganz schön!

von JK | 16.05.2023, 06:29 Uhr Antworten

In einem ausgeglichenen Portfolio sollte auch Gold enthalten sein- ob physisch oder als Aktie. Bei sinkenden Aktienkursen dient es oftmals als begrenztes Gegengewicht, wenn Anleger sich (wiedermal) in den "sicheren Hafen flüchten". Ich persönlich streue über ETFs mein Kapital weltweit über tausende von großen und mittleren (Small Cap) Unternehmen. Dabei ist es mein Ziel zumindest die Kaufkraft des Geldes zu erhalten.

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