Stand: 16.07.2017 von © Gold.de Redaktion AB/SH 3 Kommentare

Ist die Aktie wirklich der Rendite-Champion? Sind Dividenden die neuen Zinsen? Bieten Aktien als Sachwert tatsächlich Schutz vor Inflation? Viele bejahen diese Fragen in Zeiten wie diesen, weil sie Angst vor Geldentwertung haben und Zinsprodukte als Anlageform derzeit unattraktiv sind. Uns interessiert natürlich vor allem, wie sich die Aktie als Anlageform im direkten Vergleich mit Gold schlägt. Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen? Ring frei für Teil 3 unserer Vergleichsreihe “Gold vs…”.

Nach Oldtimern und Immobilien soll in unserer Vergleichsreihe also diesmal die Aktie im Mittelpunkt stehen. “Riskant, aber mit die besten Renditechancen”, so die unisono vorgetragene Meinung von Vermögensberatern und Anlage-Experten. Wenn es dann um die Gewichtung des Aktienanteils in der persönlichen Asset Allocation geht, ist meist damit verbunden eine Klassifizierung des Anlegers nach seiner Risikobereitschaft. Ist diese hoch, darf der Anteil an Aktien im Vermögensportfolio gern höher sein.

Und in der Tat zeigt sich ein sehr volatiles Bild bei der Aktie. Aktuell erreichen die Aktienindizes Dax und Dow Jones derzeit fast schon im Wochenrhythmus neue historische Höchststände. Umgekehrt haben viele Aktienbesitzer die Finanzkrise 2007/8 oder das Platzen der Dotcom-Blase im Jahre 2000 noch in unguter Erinnerung.

Die Aktie als Geldanlage

Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Als Anteilseigner ist man Gesellschafter, und somit fest mit dem Wohl und Wehe des Unternehmens verbunden. Läuft die Firma gut, winken dem Aktionär satte Renditen. Die Rendite kann als Dividende ausbezahlt werden und in Form von Kursgewinnen realisiert werden. Laufen die Geschäfte schlecht, ist der Aktionär aber auch daran beteiligt. Im Extremfall kann das bis zum Totalverlust gehen.

Im Unterschied dazu stehen Unternehmensanleihen. Wer eine Unternehmensanleihe kauft, der wird, ähnlich wie eine Bank, zum Kreditgeber. Man ist somit nicht am geschäftlichen Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens beteiligt. Stattdessen gibt es regelmäßige Zinszahlungen für das verliehene Geld, und am Ende der vereinbarten Laufzeit erhält man sein eingesetztes Kapital wieder zurück. Allerdings kann auch bei Unternehmensanleihen ein Totalverlust eintreten. Um die Bonität einschätzen zu können, geben Rating Agenturen dem Investor eine Orientierung, wie kreditwürdig das Unternehmen ist.

Im Vergleich zu Anleihen gelten Aktien aber als das Unternehmens-Investment, welches mehr Renditechancen verspricht. Denn ein Aktienkurs spiegelt immer auch das Geschäftsmodell einer Firma wider. Das beflügelt die Phantasie der Märkte.

Formen der Beteiligungen

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen - das die wichtigsten Formen einer Unternehmensbeteiligung:

Die Aktie

Der Anleger erwirbt über die Börse direkt Aktien eines bestimmten Unternehmens. Diese Art der Beteiligung bietet die größten Chancen, aber auch die größten Risiken.

Aktienfonds

Hier kauft der Anleger nicht direkt Aktien, sondern indirekt, nämlich als Anteile eines Fonds. Meist geschieht dies über die Hausbank. Da eine Fondsgesellschaft mehr Kapital zur Verfügung hat, kann diese sehr viele Aktien kaufen. Oft werden dabei bestimmte Anlagesegmente abgebildet, wie etwa Branchen, Regionen, oder bestimmte Rohstoffe. Vorteil: Die Streuung ist breiter, das Gesamtrisiko somit geringer. Nachteil: Es entstehen zusätzliche Kosten. Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr und Kosten für das Management des Aktienfonds müssen dazu kalkuliert werden.

ETFs (=Exchange Traded Funds)

Eine Sonderform stellen ETFs (=Exchange Traded Funds) dar. Hierbei handelt es sich um Fondsanteile, die nicht über eine Fondsgesellschaft erworben werden, sondern wie Aktien an der Börse handelbar sind. Bei vielen Anlegern beliebt sind dabei die sogenannten Indexfonds. Sie bilden in ihrer Zusammensetzung automatisiert bestimmte Indizes nach, wie etwa den DAX, STOXX Europe 50, oder Dow Jones. Das macht sie preiswerter, da die Kosten für ein aktives Management entfallen.

Es gibt auch ETFs für eine Investition in Rohstoffe.

Aktien sind populär

Dass die Aktie heute vergleichsweise populär ist, hängt mit dem Siegeszug des modernen online Bankings zusammen. Wer früher Aktien kaufen wollte, der musste einen umständlichen Gang zur Hausbank tätigen. Bestenfalls erwischte man seinen Bankberater am Telefon. Ähnlich verlief der Aktien Verkauf. Heute stehen Lieschen Müller (nahezu) Realtime Aktienkurse zur Verfügung; eine Aktienorder wird bequem per Mausklick vom heimischen Sofa aus in Sekundenschnelle erledigt.

In Aktien investieren Quelle: DAI, zitiert nach Statista


Obige Grafik zeigt die Entwicklung der Aktienbesitzer in Deutschland von 1996 bis 2016. Gut zu sehen die Spitze im Jahr 2000. New Economy boomte, über 6 Mio Anleger wollten mit dabei sein. Danach ging die Zahl der Anleger kontinuierlich zurück. Tiefpunkt dann das Jahr 2008. Wir erinnern uns: 2008 war das Jahr, als die Auswirkungen der Finanzkrise, die im Sommer 2007 in den USA begann, weltweit Kreise zog und auch hierzulande für starke Verunsicherung sorgte.

Seither steigt die Zahl der Aktienbesitzer wieder. Ist Deutschland also auf dem Weg zu einem Volk von Aktionären? Jeder Bürger ein kleiner Trader? Nicht ganz. Im internationalen Vergleich besitzen die Deutschen noch immer vergleichsweise wenig Aktien.

Ist die Aktie ein Sachwert?

Gold ist ein Sachwert, keine Frage. Aber gilt dies auch für die Aktie? Auch wenn die meisten Finanzexperten dies so sehen, so muss relativiert werden. Es gibt sogar Anlageexperten, die dies verneinen.

Was ist der Punkt? Ein Sachwert ist dadurch definiert, dass er mit einem realen physischen Wert hinterlegt ist. Er kann also nicht, im Unterschied zu Papiergeld, auf Knopfdruck beliebig vermehrt werden. Sachwerte werden deshalb auch als Substanzwert bezeichnet, weil sie für Wertbeständigkeit in Krisenzeiten sowie Schutz gegen Inflation stehen. Da Produktionsanlagen, Immobilien oder Lager solche realen Werte darstellen, stellen Aktien insofern einen Sachwert dar. Und als Aktionär hat man hieran verbriefte Anteile. 

Problematisch wird es aber, wenn ein Unternehmen nur geringes Eigenkapital hat und sich im Aktienkurs mehr die Phantasie manifestiert denn reale Werte. Man denke nur an die vielen Dotcoms, also jene Unternehmen, die in Zeiten von New Economy aus kaum mehr als ein paar PCs und einer angemieteten Büroetage bestanden.

Weiterer Punkt: Unternehmen können neue Aktien ausgegeben. Das heißt dann Erhöhung des Stammkapitals. Zwar entspricht dem im Idealfall auch ein wachsendes Unternehmen, dennoch sollte geschaut werden, für was genau das neue Kapital genutzt wird. Der Wert der ursprünglichen Aktien bzw. Anteilsscheine kann auch verwässert werden.

Soweit unser kurzer Ratgeber zur Aktie.

Geldanlage Vergleich: Gold oder Aktie?

Wieder schicken wir die beiden Kontrahenten in ein Battle. Runde für Runde werden wir analysieren, wo die jeweiligen Stärken und Schwächen liegen. Bewertet haben wir die Einzeldisziplinen:

  • innere Wertentwicklung
  • regelmäßige Erträge
  • Anlagekosten
  • Sicherheit
  • Inflationsschutz
  • Renditechancen
  • Volatiliät/Kursrisiko
  • Mobilität & Verfügbarkeit
  • Anonymität
  • Diebstahlrisiko
  • Steuer
  • Einfachheit
  • Währungsrisiko

Runde 1: Inneres Wachstum

Ein Unternehmen kann aus sich heraus wachsen. Gold nicht. Es produziert nichts.

Unser Fazit: Punkt für die Aktie

Runde 2: Regelmäßige Erträge

Die Rendite einer Aktie besteht im Grunde genommen aus der Summe zweier Möglichkeiten. Zum einen können, wie beim Gold, Kursgewinne realisiert werden. Darüber hinaus können Aktien auch Dividenden abwerfen. Dies sind regelmäßige Gewinnausschüttungen, deren Höhe festgelegt wird auf der jährlichen Hauptversammlung. Allerdings ist dies nur eine “Kann” - Regelung. Laufen die Geschäfte schlecht, werden Dividenden schnell mal gestrichen.

Da Gold aber überhaupt keine regelmäßigen Erträge abwirft, geht diese Runde an die Aktie.

Unser Fazit: Punkt für die Aktie

Runde 3: Anlagekosten

Unter dem Begriff "Anlagekosten" wollen wir Faktoren einkalkulieren, die nötig sind, um in die Anlageform zu investieren, sie zu erhalten, zu lagern und zu verkaufen. Also all die Kosten, die on top zur eigentlichen Anlagesumme hinzugerechnet werden müssen. Und die sind für beide Kandidaten überschaubar. Für Aktien sind dies die Bankgebühren für Kauf und Verkauf; für Gold gibt es einen kleinen Handelsaufschlag.

Also Unentschieden? Nicht ganz. Die Lagerung von Gold kostet, nämlich Gebühren für das Bankschließfach, oder gar ein eigener Haus-Safe. Die Verwahrung von Aktien in einem Bankdepot ist dagegen meist kostenlos.

Unser Fazit: Punkt für die Aktie

Runde 4: Sicherheit

Unternehmen können pleitegehen, können verkauft werden, können aufhören zu existieren. Das gilt auch für "Blue Chips", also große Unternehmen von Weltrang. Alte Aktien haben da höchstens noch einen symbolischen Sammlerwert. Grundsätzlich besteht also bei Unternehmen das Risiko eines Totalverlustes. Dies gilt auch bei Naturkatastrophen.

Gold dagegen wird niemals einen Totalverlust erleiden. Man kann es in der Erde vergraben und nach 50 Jahren wieder hervorholen, und es wird immer noch von Wert sein. In dieser Form wird es auch mögliche Goldverbote überstehen, die es schon mehrmals in der Geschichte gab. Wer eine sichere Geldanlage sucht, ist bei Gold besser aufgehoben.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 5: Inflationsschutz

Bei Gold ist es klar. Es gilt als gute Absicherung gegen Geldentwertung.

Bei der Aktie sehen wir dies auch. Allerdings unter der Voraussetzung, dass es sich um solide, große Unternehmen mit Preissetzungsmacht handelt. Dann können steigende Preise an die Endkunden weitergegeben werden.

Unser Fazit: Punkt für beide

Runde 6: Renditechancen

Mit der wichtigste Punkt bei der Vermögensanlage ist die Rendite. Schließlich soll angelegtes Kapital auch Erträge liefern. Wobei wir hier die Betonung auf den Zusatz Chancen legen. Denn eine sichere Traumrendite gibt es nicht. Es gibt bestenfalls gute Chancen auf eine hohe Rendite.

Für den Zeitraum 1987 - 2016 haben wir uns zunächst zwei wichtige Börsenindizes näher angeschaut, nämlich den DAX und den Dow Jones. 1987 deshalb, weil der DAX von der deutschen Börse in dieser Form seit dem 1. Juli 1988 berechnet wird. Die Indexbasis selbst wurde per 31. Dezember 1987 auf 1000 Punkte gelegt.

Beide Indizes werden in Punkten notiert. Auch wenn ein direkter Vergleich streng genommen unscharf ist, da die Berechnung der Indizes auf verschiedene Arten erfolgt, so ist für einen schnellen Überblick die nachfolgende Grafik dennoch aufschlussreich:

Vergleich Dax und Dow Jones DAX und Dow Jones in Punkten. Chartdarstellung auf Basis der jeweiligen Schlussstände am 31.12. eines jeden Jahres. Quelle: Wikipedia.de / Grafik: © gold.de

Beide Indizes zeigen im genannten Zeitraum satte Zuwächse. Mehr noch, sie gehen Hand in Hand. So sind jeweils deutlich zu sehen ein Anstieg der Aktienkurse zu Zeiten der New Economy Ende der 90er Jahre, sowie die Tiefstände in den Jahren 2002 (geplatzte Dotkom Blase) und 2008 (US-Finanzkrise). Ebenfalls zu sehen ist, wie schnell sich die Märkte jeweils erholt haben.

Als nächstes haben wir uns für denselben Zeitraum die Entwicklung des Goldpreises (in EUR) angeschaut. Auch hier ist die Tendenz nach oben eindeutig:

Gold als Geldanlage Goldpreise in EURO. Chartdarstellung auf Basis der jeweiligen Preise am 31.12. eines jeden Jahres. Quelle: Eigene Daten


Doch wie aussagekräftig sind diese Charts? Wie lassen sich Euro und Punkte vergleichen? Um einen Vergleichsmaßstab zu bekommen, haben wir für Gold, Dax und Dow Jones die jeweilige Veränderung in Prozent ermittelt, bezogen auf 1987. Und da schaut das Bild deutlicher aus. Aktien können im Zeitraum von 1987 - 2016 die Goldanlage klar outperformen:

Geld anlegen: Dax, Dow Jones oder Gold? Veränderungen in % bei Dax, Dow Jones und Goldpreis, bezogen auf das Jahr 1987. Quelle: Eigene Berechnungen

Und so liest sich unser Chart: Angenommen, im Jahre 1987 hätte jemand Geld in den DAX als solchen investiert, dann stünden im Jahre 2016 über 1000 % Gewinn zu Buche. Da kann noch nicht mal der Dow Jones mithalten, auch wenn dessen Gewinn mit über 900 % ebenfalls gewaltig ist.

Gold kommt im selben Zeitraum auf knapp 200 % Zuwachs. Für eine Kapitalanlage noch immer eine satte Rendite, auch wenn diese sich, im Vergleich zu den beiden Börsenindizes, vergleichsweise bescheiden ausnimmt.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich weiter aus unserer Darstellung ziehen? Gold steht oft in einer negativen Korrelation mit Aktien. Als mit der Finanzkrise 2007/8 die Aktien in den Sinkflug gingen, begann der Goldpreis deutlich anzuziehen. Diese negative Korrelation gilt auch in Bezug auf das allgemeine Vertrauen in Wirtschaft und Währung. So perfomte Gold in den 80er und 90er Jahren unterdurchschnittlich. Die DM galt als sicher, Zinsprodukte rentierten; wer 1987 in Gold einstieg, der konnte erst im Jahre 2005 beim Goldverkauf einen Kursgewinn einstreichen. Signifikant dann umgekehrt der Anstieg des Goldpreises im Gefolge von Schuldenkrise und schwindendem Vertrauen in den Euro.

Wichtig an dieser Stelle aber auch der Hinweis, dass solche Zeitraum Betrachtungen immer relativ sind. Würde man nämlich den Zeitraum 2007 - 2011 betrachten, dann hätte Gold besser abgeschnitten. Insgesamt sehen wir aber die Aktie, wenn es um Renditechancen geht, vorn.

Unser Fazit: Punkt für die Aktie

Runde 7: Volatilität / Kursrisiko

Unsere Grafik zeigt ebenfalls gut die Volatilität der beiden Anlageformen. Volatiliät meint die Schwankungen in den Kursbewegungen, wobei dies nach oben wie nach unten gleichermaßen gilt. Hohe Chancen bedeuten eben auch im Gegenzug hohe Risiken. Eine gute Anlagestrategie, also das richtige Timing beim Kauf und Verkauf, ist bei beiden Geldanlagen essentiell. Wir sehen aber bei Gold insgesamt das ruhigere Fahrwasser.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 8: Mobilität & Verfügbarkeit

Gold ist leicht zu transportieren, und man kann es überall auf der Welt leicht verkaufen.

Dank online Banking ist aber auch der Zugriff auf das Aktiendepot und somit der Kauf und Verkauf von Aktien an jedem Ort der Welt möglich. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Banken nicht geschlossen sind, die betreffende Aktie nicht vom Handel ausgeschlossen ist, und, last but not least, auch eine funktionierende Internetverbindung besteht. Für einen Aktiendeal braucht es eben immer die Hilfe Dritter.

Teilverkäufe sind bei beiden Geldanlageformen problemlos möglich.

Gold wie auch Aktien sind aber für Anleger mit kurzem Anlagehorizont ungeeignet. Wer plötzlich liquide Mittel braucht und in ungünstigen Zeiten verkauft, muss mit Kapitalverlusten rechnen.

Unser Fazit: Punkt für beide

Runde 9: Anonymität

Manchmal gibt es gute Gründe, sein Vermögen anonym zu halten. Bis zu einem Betrag von 9.999,99 Euro kann man anonym Gold kaufen (auch beim Händler, als sogenanntes anonymes Tafelgeschäft), und man kann Gold auch anonym verkaufen, dann allerdings nur privat.

Da kann die Aktie nicht mithalten.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 10: Diebstahlrisiko

Alles was klein, transportabel, wertvoll, und einfach zu verkaufen ist, zieht Langfinger und Betrüger an. Hier punktet die Aktie.

Unser Fazit: Punkt für die Aktie

Runde 11: Steuer

Bei Gold unterliegen Gewinne aus dem Verkauf nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr keiner Besteuerung mehr. Wird vor der Jahresfrist verkauft, dann gilt für Gewinne ein Freibetrag von 600 Euro. Was darüber liegt, muss zum persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Bei Gewinnen aus Aktienverkäufen, wie auch für Dividendeneinkünfte oder Fondserträge, gilt grundsätzlich die Kapitalertragssteuer. Sie wird als Abgeltungssteuer in Höhe von pauschal 25 % erhoben. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. In der Summe können das bis zu 28 % sein. Eine Mindesthaltedauer gibt es nicht. Was sich zunächst wie ein Nachteil anhört, kann im Detail aber durchaus positiver gestaltet werden, Stichworte: Sparerpauschbetrag, Freistellungsauftrag, Verluste gegenrechnen, Nichtveranlagungsbescheinigung, Günstigerprüfung, vor 2008 gekaufte Aktien, usw. usw.

Da aber für den Laien die Steuerregelungen bei Aktien, insbesondere bei ausländischen Aktien, insgesamt schwerer zu durchschauen sind, sehen wir den Vorteil bei Gold.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 12: Einfachheit

Was Gold ist, versteht jedes Kind.

Wer dagegen eine Aktienanlage in Betracht zieht, der sollte Branchenkenntnisse haben und das Geschäftsmodell der Firma verstehen. Auch ist es nicht verkehrt, sich mit den Zahlen des Unternehmens auseinanderzusetzen und Begriffe wie KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) oder Eigenkapitalquote wenigstens schon mal gehört zu haben.

Unser Fazit: Punkt für Gold

Runde 13: Währungsrisiko

Da der Goldpreis in Dollar notiert, wird immer wieder angemerkt, dass Goldanleger immer auch ein prinzipielles Währungsrisiko eingehen. Dies ist nur zur Hälfte richtig. Natürlich macht ein im Verhältnis zum US-Dollar starker Euro den Kauf von Gold für uns hier günstiger. Das gilt aber auch umgekehrt. Es kommt also darauf an, ob man Gold kaufen oder verkaufen will.

Außerdem haben Wechselkurse auch Einfluss auf international tätige Unternehmen. Je nachdem, ob der Euro im Vergleich zu einer Währung steigt oder fällt, verschlechtern oder verbessern sich Exportchancen. Außerdem notieren auch viele Rohstoffe oder Öl in Dollar. Dies beeinflusst ebenfalls die Geschäfte von Unternehmen, da sich die Preise für den Einkauf entsprechend ändern.

Unser Fazit: Keine Wertung

Das Gesamtergebnis auf einen Blick

Geldanlage Vergleich: Aktien oder Gold? Aktien vs. Gold: Das Fazit

Geld anlegen in Gold oder Aktien?

Auch wenn unser Vergleich im Ergebnis ein Unentschieden zeigt: Eine Empfehlung ála ”die beste Anlageform ist...” sprechen wir nicht aus. DIE beste Geldanlage gibt es nicht. Was am besten zu einem Anleger passt, muss individuell entschieden werden. Je nach persönlicher Lebenssituation, Anlagehorizont oder Risikobereitschaft kann für den einen die Aktie eine bessere Geldanlage sein, für den anderen dagegen Gold. Unser Ratgeber hier kann nur die Faktoren aufzählen, die bei der Abwägung “Gold oder Aktie” berücksichtigt werden sollten.

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Kommentare [3]
  • von Stefan | 18.07.2017, 09:33 Antworten

    Ein guter Artikel der einen abseits der Berichtserstattung in Richtung Aktie oder Gold auch mal von einer anderen Flughöhe über die Anlageformen nachdenken lässt. Irgendwie bekommt man in den letzten Jahren eh immer die Alternativlosigkeit von Anlagen in Bezug auf Zinsen eingetrichtert. Im neusten Deutsche Bank Werbespot laufen sogar zwei Menschen wortlos am Strand entlang und denken sich nur ihren Teil, weil es scheinbar nicht lohnt über Zinsgebundenen Anlagen zu sprechen (das klassische Bankgeschäft neben Krediten). Das nennt sich dann Zinsdialog. Meiner Meinung lässt das schon tief blicken...

    Am besten ist und war noch immer sich selbst ein Bild zu machen und sich selbst über meine Anlageziele und Zwecke im klaren zu sein. Wenn ich das Know How nicht habe um den Anlagehorizont zu überblicken brauche ich einen Profi der es mir möglichst ohne Hintergedanken erklärt oder ich lasse die Finger davon und behalte meine Barposition.

    Gerne mehr von solchen Artikeln.

  • von Dr. Schmidt | 18.07.2017, 20:01 Antworten

    Also den Punkt "Anlagekosten" kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ein Bankschliessfach kostet doch nicht die Welt!!! Jedenfalls kein relevanter Betrag.

    • von Graf von Henneberg | 19.07.2017, 14:42 Antworten

      Gold tut man nicht in ein Bankschließfach!

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