Stand: 14.11.2020 von © Gold.de Redaktion / AB
Gold verstecken: Die Vorteile, die Nachteile, welche Ideen gut sind, was gar nicht geht, was die Versicherung sagt, auf was man achten muss. GOLD.DE beleuchtet dieses Thema ausführlich.
Gold verstecken: Wie sinnvoll ist das?
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein gutes Goldversteck hat viele Vorteile und ist so sicher wie ein Safe
  • Kleine Goldschätze über Hausratversicherung in der Regel abgesichert
  • Bei größeren Wertsummen verlangen Versicherungen meist einen Safe
  • Vergraben oder Einmauern sehr sicher
  • Klären: Was passiert bei Vergesslichkeit oder Ableben

Vorteile eines Goldverstecks

Es gibt Gründe, warum ein Goldversteck für manche eine Überlegung wert ist:

  • Es ist völlig anonym. Keine Behörde, keine Bank, keine Versicherung weiß davon
  • Man kann jederzeit an sein Gold ran
  • Es kostet praktisch nichts
  • Es ist sicher, vorausgesetzt man wählt ein cleveres Versteck

Gold ist hervorragend geeignet zum Verstecken. Es korrodiert nicht und braucht wenig Platz. Und ob ein Haussafe wirklich mehr Sicherheit bietet, darüber kann man durchaus diskutieren. Die Öffnung kann mit Gewalt erzwungen werden, außerdem ist ein Tresor genau das, wonach Diebe zuerst suchen. Meist ist er nur hinter einem Wandbild versteckt, nicht selten sogar offen sichtbar. Manche sehen die Frage Tresor oder Versteck daher auch gar nicht als ein "Entweder-Oder", sondern nutzen beides.

Ein Bankschließfach bietet zwar grundsätzlich mehr Schutz, dafür muss man sich an Öffnungszeiten halten. Auch Beschränkungen im Zutritt sind prinzipiell nicht auszuschließen. Zudem können Behörden in manchen Fällen die Öffnung eines Bankschließfaches erzwingen.

Heikler Punkt: Versicherung

Kleinere Wertsummen sind in der Regel über die Hausratversicherung abgedeckt. Dabei ist es unerheblich, ob ein Gegenstand zum Zeitpunkt des Einbruchs offen auf dem Schreibtisch lag oder unter der Bettmatratze versteckt war.

Heikel wird es bei größeren Wertbeträgen. Hier verlangen Versicherer in der Regel explizit eine gesicherte Aufbewahrung, also einen Safe oder Tresor. Je nach Wertsumme muss das Modell auch über ein entsprechendes Sicherheitsstufen-Zertifikat verfügen. Meist werden noch Angaben zu den versicherten Wertgegenständen erwartet. Ein Versteck als Aufbewahrungsort dürfte da kaum akzeptiert werden, zudem hat man ja auch keine Lust, der Versicherung das Versteck mitzuteilen.

Merke: 100 % anonym bedeutet 100 % Verantwortung. Bei größeren Wertsummen ist ein Versteck als Verwahrort in der Regel nicht versichert. Tipp: Versicherung fragen

Dran denken: Vergesslichkeit und Ableben

Wer sein geheimes Geheimversteck so geheim hält, dass selbst nächste Angehörige nichts davon wissen, darf trotzdem nicht die Frage außer Acht lassen, was im Falle des Ablebens geschieht. Dasselbe gilt, wenn im Alter die grauen Zellen vielleicht nicht mehr so recht mögen.

Mögliche Goldversteck Ideen - und was sie taugen

Toilettenspülkasten

Als Idee etwas abgenutzt, da in jedem zweiten Krimi irgendwer irgendwas in irgendeinem Spülkasten versteckt. Ähnliches gilt für Lüftungsrohre, Schächte oder Abzugsleitungen hinter Blenden. Haustechnik gibt es in jedem Haus. Genau das ist das Problem: Kennt jeder.

Alltagsgegenstände als Attrappen

Von der Klobürste über die Ravioli-Dose bis hin zur Buch-, Steckdosen- oder Lampenattrappen bietet der einschlägige Handel diverse unverdächtig aussehende Alltagsgegenstände an, die einen Hohlraum haben, worin man ein paar Goldmünzen oder Goldbarren verstecken kann. Allerdings kennen auch Langfinger diese Produkte. Anregungen gesucht? Hier: Kauftipps Goldverstecke

Präparierte Möbel und Inneneinrichtung

Präparierte Polstermöbel, doppelte Schubladenböden, Geheimfächer in Schränken oder Hohlräume in Tischbeinen können eine Überlegung wert sein, sind aber nicht besonders originell. Besser dran ist, wer handwerkliches Geschick hat. Man denke da nur weiter an modifizierte Treppenstufen, Trockenbauwände oder Türstöcke. Es gilt: Je cleverer und ungewöhnlicher der Aufbewahrungsort, desto besser.

Lose Dielen

Hier gilt dasselbe wie bei präparierten Gegenständen der Inneneinrichtung. In modernen Neubauten wären entsprechend schwimmend verlegte Böden eine Option.

Abfalleimer

Der Schutzfaktor von doppelten Wänden oder Böden lässt sich erhöhen, indem man den Ekelfaktor hinzufügt. Denn je ekliger die Umgebung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Ort unbehelligt bleibt. Lassen Sie aber niemals jemand anderes den Mülleimer raustragen.

Giftiges Getier

Sie haben Vogelspinnen, Giftschlangen oder Piranhas? Schon manch einer soll das "Nutzungsspektrum" von Terrarium oder Aquarium entsprechend erweitert haben. Kann man machen, warum nicht.

Tiefkühltruhe

Wer's mag. Aber dann bitte richtig: Gold in den ausgenommenen Fisch oder die ausgenommene Gans, zubinden und Gefrierbeutel drumherum.

Gerümpel

Als Idee erstmal nicht schlecht. Ob die in Vergessenheit geratene Märklin-Eisenbahn aus Kindertagen, der alte Fernseher von Opa oder der kaputte Rasenmäher: In jedem Haus steht zentnerweise Gerümpel auf dem Dachboden oder im Keller. Man wird sich wundern, wie viele Öffnungen und Hohlräume sich da bei genauerem Hinsehen entdecken lassen.

Allerdings sollte man bei der nächsten Entrümpelungsaktion dann auch tunlichst persönlich anwesend sein.

Gute Goldverstecke

Was zeichnet ein sicheres Goldversteck aus? Um das zu beurteilen, muss man sich in die Denke eines Langfingers rein versetzen. Und da sind drei Faktoren entscheidend:

  1. Er hat keine Zeit
  2. Er will nicht gesehen werden
  3. Er will nicht gehört werden

Je ungünstiger jeder dieser drei Faktoren aus Sicht des Einbrechers ist, desto besser das Versteck.

Vergraben oder Einmauern sind deshalb nicht ohne Grund seit Jahrhunderten die Klassiker schlechthin unter den Goldverstecken. Auch heute noch sehr sicher.

Warum?

Zeitfaktor: Im Gegensatz zu "üblichen" Orten oder Gegenständen in der Wohnung, wo jeder Einbrecher weiß wo er zu suchen hat, kostet allein schon die Suche im Garten oder am Gebäude enorm viel Zeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand stundenlang mit einem Metalldetektor auf ihrem 1000qm Grundstück Schatzsuche betreibt ist praktisch Null.

Und selbst wenn der Gauner was gefunden hat, dann geht der Aufwand ja erst richtig los. Zum Beispiel, wenn erstmal zwei Ster Brennholz weggeräumt werden müssen. Oder ein Gerüst nötig ist, um an der Außenwand in 5 Meter Höhe hämmern zu können.

Risiko, gesehen zu werden: Es hört sich paradox an, aber ein offen einsehbarer Platz im Garten oder die weithin sichtbare Giebel-Außenwand zur Hauptstraße sind als Versteckplatz besser geeignet als ein Zimmer, wo möglicherweise auch noch der Rolladen runter ist.

Risiko, gehört zu werden: Mit dem Vorschlaghammer eine Mauer zu bearbeiten, einen Baum abzusägen oder einen Gartenteich abzupumpen ist auch nicht gerade unauffällig. Weder tagsüber, und schon gar nicht nachts. Und noch ungünstiger, wenn dann auch noch der Hund anschlägt.

Mit der Zugänglichkeit ist das aber so eine Sache. Nicht jeder will erst Bohrhammer oder Spaten bemühen müssen, nur um mal eben zum sonntäglichen Nachmittagstee seine Sammlung von Goldmünzen bewundern zu können.

Und dann achten Sie beim Gold verstecken darauf, dass der Nachbar nicht gerade zuschaut, wenn Sie das Loch buddeln drei Schritt links neben der Birke, vier Schritt rechts vom Rosenbeet.

Allgemeine Tipps

Schlechte Goldverstecke

Schränke, Schubladen, Bettmatratzen und Wäsche sind Orte, die die Bezeichnung Versteck nicht verdienen. Denn hier wühlt jeder ungebetene Besucher zuerst.

Vorher Gold verpacken

Auch wenn Gold korrosionsbeständig ist, so sollte man es nicht lose vergraben oder verstecken. Besser, man hält den Schatz zusammen. Also einschweißen, bei Münzen Tubes nehmen.

Kaufbelege

Kaufbelege sind ein Nachweis, dass einem etwas gehört. Es sind sich durchaus Szenarien vorstellbar, wo dies relevant sein kann. Wem also Quittungen wichtig sind, der gibt diese mit ins Versteck.

Hitzequellen vermeiden

Gold selbst schmilzt zwar erst bei über 1000° Celsius. Ganz anders sieht es aus bei Verpackungen wie Kapseln oder Blister. Die können sich schon bei relativ geringer Hitze verformen. Also Versteckplätze meiden, wo hohe Temperaturen möglich sind, wie Kaminschächte oder eingebaute Deckenstrahler.

Mehrere Verstecke wählen

Durchaus eine Überlegung, wer viele Goldbarren oder Goldmünzen verstecken will. Mehrere Versteckorte mindern das Klumpenrisiko signifikant. Auch als Eichhörnchen Taktik bekannt.

Futter für den Dieb

Wer sowieso über einen Haustresor verfügt: Eine oder zwei kleinere Goldmünzen reinlegen, dazu eine verschmerzbare Menge Bargeld. Damit kann man im worst case den Einbrecher zufriedenstellen. Der große Schatz liegt natürlich wo anders.

Verhältnismäßigkeit

Wer nur einen kleinen Goldschatz hat, braucht nicht zwingend ein Versteck. Wenn der Gold Krügerrand nicht gerade grob fahrlässig über Nacht draußen offen auf dem Gartentisch liegt, dann sind kleinere Wertsummen in der Regel über die Hausratversicherung abgesichert. Trotzdem empfiehlt es sich, bei der Hausratversicherung nachzufragen

Das Versteck darf nicht selbst werthaltig sein

Auch wenn die wertvolle antike Barockuhr auf der Kommode manchen als angemessenes Ambiente für einen Goldbarren erscheinen mag: Die Antiquität wäre selbst bevorzugtes Ziel von Räubern. Doppelt gestraft, wer ausgerechnet darin Gold versteckt.

Ein Versteck will richtig befüllt sein

Bei tragbaren Behältern darauf achten, dass es beim Hochheben nicht gleich verdächtig rappelt in der Kiste. Und wenn schon Gold in der Kaffeedose, dann aber auch Kaffeepulver darüber.

Das Versteck darf sich nicht selbst verraten

Quizfrage: Was macht jemand, der eine 4 kg schwere Zigarrenkiste anhebt? Genau: Er schaut rein.

Gold verstecken - Ja oder Nein?

Wie denken Sie darüber? Oder haben Sie einen ganz besonders cleveren Tipp, den wir hier in unserer Kommentaren, natürlich streng geheim, veröffentlichen dürfen? Wir freuen uns über Leserkommentare!

Ihre Meinung zum Thema?
Sicherheitsfrage: Wie viele Münzen sehen Sie?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar und Name zur Veröffentlichung auf GOLD.DE gespeichert wird. Die Netiquette für Kommentare hab ich gelesen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Unsere Datenschutzerklärung.
von Klaus | 16.11.2020, 14:44 Antworten

Das besten aller Verstecke ist, na klar, kein Gold kaufen.

1 Antwort an Klaus anzeigen
von ich | 14.11.2020, 22:35 Antworten

Wirklich sehr nett, dass der Autor hier mit den kreativen Ideen der Verstecke diese im gleichen Atemzug zunichte macht. Fragt sich wen Sie mit diesem epochalem Artikel jetzt mehr geholfen haben, dem Anleger, oder dem Einbrecher? Jeder der ein gewissen Wert hat, sollte selber nicht zu doof sein, sich etwas auszudenken, darüber diskutiert man nicht öffentlich! Ich würde hier nie meine Ideen aufschreiben! Außerdem sind die Haushalte/Möglichkeiten zu individuell, als das man Ratschläge geben könnte. Der Besitzer kennt seine Wohnung am besten und wird selber entscheiden was gut ist. Das einzige was Sie hier machen, ist, die Langfinger auf die Idee zu bringen an unkonventionellen Orten zu suchen, und das macht dies hier zu keinem Artikel der hilfreich ist. Mag sein das es gut gemeint ist, aber gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

1 Antwort an ich anzeigen
von Detlef | 16.11.2020, 18:13 Antworten

Unter dem Fuß des Toilettebecken. .Ein verstorbener Bewohner im Pflegeheim, meine Tochter arbeitet dort wollte immer in seine alte Wohnung zurück. Er hatte dort 5.000 Euro liegen. es hat sich aber niemand darum gekümmert und der neue Mieter setzt sich wahrscheinlich täglich auf einen Haufen Geld.

von Silberblicke | 14.11.2020, 23:00 Antworten

Das Gold versteckt, aber in einem Stromkreis einbinden und das gekoppelt mit Signalanlage und Verbindung zum Smartphone mit Überwachungskamera, um wenn noch möglich 110 zu wählen.

von da drüben komm ich her | 14.11.2020, 13:10 Antworten

"drei Schritt links neben der Birke, vier Schritt rechts vom Rosenbeet"
Verdammt, woher wusstet ihr das. Ich bin einmal kurz ein neues Loch buddeln und das Beet versetzen.

Copyright © 2009-2020 by GOLD.DE – Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handarbeit aus "Schwäbisch Sibirien"