Stand: 17.06.2015  0 Kommentare

Laut Informationen der Royal Mint wird noch im Verlauf dieses Jahres ein neues Portrait von Königin Elizabeth II. auf britischen Münzen wie der Silber Britannia und der Gold Britannia sowie den Münzen zahlreicher Commonwealth-Staaten zu sehen sein. Erstmals seit 100 Jahren wurde das Design von einem Mitarbeiter der renommierten Münzprägeanstalt entworfen, statt von einem externen Künstler.

Erstes Portrait eines Graveurs der Royal Mint seit 1902

Es war im Jahr 1902, als einem Mitarbeiter der Royal Mint das letzte Mal die Ehre zuteilwurde, das Standardportrait eines britischen Monarchen auf einer Münze zu verewigen. Der Künstler hieß George William de Saulles und beim dargestellten König handelte es sich um Edward VII.

113 Jahre darf sich Jody Clark, Graveur bei der britischen Prägeanstalt, über dieselbe Auszeichnung freuen. Clarks Entwurf für das Portrait von Königin Elizabeth II. konnte sich in einem anonymen Wettbewerb gegen starke Konkurrenz durchsetzen.

Jüngster Designer eines offiziellen Münzportraits von Elizabeth II:

Das Royal Mint Advisory Committee hatte Designer aus ganze Großbritannien dazu eingeladen, sich mit einen anonym eingereichten Entwurf am Wettbewerb zu beteiligen. Nachdem Clarks Portrait die Jury mit seiner Qualität überzeugt hatte, wurde der Entwurf zunächst dem Schatzkanzler und schließlich der Monarchin selbst vorgestellt.

Bei der Kür seines Designs war Clark 33 Jahre alt und damit der jüngste aller Künstler, die bisher ein offizielles Standardportrait von Elizabeth II. für Münzen gestaltet haben.

5 Portraits der Queen - 5 Bilder einer Regentschaft

Mit einer Regentschaft, die sich aktuell in der Mitte ihre 64 Jahres befindet, nimmt Elizabeth II. den zweiten Platz im Ranking der dienstältesten Staatsoberhäupter und damit auch den zweiten Platz unter den am längsten amtierenden Monarchen ein. Lediglich der König von Thailand, Bhumibol Adulyadej, übertrifft Elizabeth in beiden Kategorien noch um einige Jahre.

Die langen Dekaden seit der Thronbesteigung Elizabeths im Jahr 1952 spiegeln sich anschaulich in den offiziellen Portraits der Queen von Mary Gillick, Arnold Machin, Raphael Maklouf, und Ian Rank Broadley wieder, zu denen sich nun mit der Arbeit von Jody Clark ein fünftes Konterfei gesellt. Die Verwendung der Portraits ist nicht auf britische Münzen beschränkt.

Zahlreiche Commonwealth-Staaten übernehmen das offizielle Abbild von der Royal Mint. Vielen Anlegern und Sammlern von Goldmünzen und Silbermünzen wird das derzeit noch genutzte Portrait Elizabeths von Ian Rank Broadley von den Prägungen der australischen Perth Mint gut bekannt sein.

Andere Prägestätten aus Commonwealth-Ländern verwenden hingegen eigene Portraits. Bekanntestes Beispiel hierfür ist das von Susanna Blunt für die Royal Candian Mint gestaltete Abbild der Queen. Die folgenden Beschreibungen umfassen ausschließlich die fünf Portraits der Royal Mint.

Portrait von Mary Gillick (1953)

Portrait von Mary Gillick (1953)

Das erste der königlichen Portraits wurde im Jahr 1952 von Mary Gillick gestaltet, kurz nachdem aus Princess Elizabeth Queen Elizabeth II. geworden war. Von allen fünf Darstellungen der Königin auf Münzen ist es das am stärksten idealisierte Portrait. Es legt den Fokus auf die optimistische und zukunftsgewisse Ausstrahlung der damals erst 27-jährigen Monarchin.

Zu den Besonderheiten zählte der sichtbare Ansatz einer Schulter, während die meisten Münzportraits von Monarchen zu dieser Zeit direkt am Hals abschließen. Zugleich bediente sich Mary Gillick bis in die Antike zurückreichender Elemente der Herrscherdarstellung und zeigt den Kopf der Königin mit einem Lorbeerkranz.

Portrait von Arnold Machin (1968)

Ab 1962 wurden in Großbritannien Vorbereitungen für die Umstellung britischer Münzen auf das Dezimalsystem getroffen. Im Zuge dieser Umstellung sollte auch ein aktuelleres Portrait der Queen auf den Wertseiten zu sehen sein. Im Juni des Jahres 1964 gab Elizabeth II. dem Entwurf des Künstlers Arnold Machin aus Stoke-on-Trent in England ihre Zustimmung.

Die ersten Münzen mit dem neuen Konterfei gerieten 1968 in Umlauf. Der 1911 geborene Bildhauer Machin beschrieb seine selbstgestellte Aufgabe beim Design des Konterfeis mit den Worten: "Es soll Charme und Würde ausstrahlen, dabei aber frei von Sentimentalität sein".

Wie bereits Gillick wählte auch Machin ein Portrait mit Schulter, das sogar noch deutlich tiefer abschließt als der Vorgänger. Im Haar der Queen ist statt eines Lorbeerkranzes die Tiara zu sehen, die Elizabeth als Geschenk von ihrer Großmutter Queen Mary erhalten hatte. Ungewöhnlich an Machins Portrait ist vor allem die Perspektive, die den Kopf aus einem leicht von hinten kommenden Blickwinkel zeigt. Der britische Poet John Betjeman bezeichnete es recht salopp als "ziemlich schnittig".

Portrait von Raphael Maklouf (1985)

Das dritte Portrait wurde im Jahr 1985 von Raphael Maklouf entworfen. Maklouf wurde 1937 in Jerusalem geboren und emigrierte nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Familie nach Großbritannien. Auf dem von ihm gestalteten Abbild ist die Queen mit Ohrring, Halskette und dem George IV State Diadem oder Diamond Diadem zu sehen. Elizabeth hat das Diadem auf dem Weg zu ihrer Krönung getragen und trägt es seither traditionell zur Eröffnung des Parlaments des Vereinigten Königreichs.

Es ist das erste Portrait, das die Queen ohne Schulteransatz zeigt und mit dem Hals endet und auch das erste, auf dem die Initialen des Designers zu sehen sind. Einige Kritiker haben angemerkt, dass die Darstellung Elizabeths zu "schmeichlerisch jung" ausgefallen sei. Maklouf verteidigte sich darauf mit den Worten, er habe ein "königliches und altersloses Symbol" schaffen wollen.

Wie stolz Maklouf auf die Ehre war, ein Portrait der Königin entworfen zu haben, ist sehr schön an einem Kommentar ersichtlich, den er nach dem Treffen mit der Monarchin zum Besten gab: "Ihre Majestät äußerte, dass ich weniger Zeit benötigte, um vor ihren Augen das Portrait fertigzustellen, als Fotografen manchmal benötigen, um die Beleuchtung zu arrangieren und ein Foto zu schießen."

Portrait von Ian Rank Broadley (1998)

Das bis heute verwendete Portrait Elizabeths von Ian Rank Broadley entstand beinahe zufällig. Die Royal Mint schrieb im Jahr 1997 einen Wettbewerb für den Avers einer Gedenkmünze zur Goldenen Hochzeit von Elizabeth und Ehemann Philip aus. Die eingereichten Designs zeigten eine so hohe Qualität, dass man bei der Prägeanstalt schließlich entschied, auch das Standardportrait der Queen zu aktualisieren.

Broadley Design, das sich in einem erneuten Wettbewerb durchsetzen konnte, steht in bemerkenswerten Kontrast zur Gestaltung des unmittelbaren Vorgängers. Es zeichnet sich durch einen hohen Grad an Realismus aus, der das Alter Elizabeths nicht zu kaschieren versucht. Broadley bemerkte dazu später:

"Es gibt keinen Grund dafür, ihr (der Queen) zu schmeicheln. Sie ist eine siebzigjährige Frau von Haltung und würdevollem Auftreten." Als Schmuck trägt Elizabeth auf dem Portrait wieder die Tiara, die schon Arnold Machin für sein Design gewählt hatte.

Neues Queen Portrait von Jody Clark ( 2015)

Jody Clark verzichtet ebenfalls auf eine starke Idealisierung und entschied sich für ein realistisches und dabei würdevolles Portrait von Elizabeth. Wie schon auf dem von Maklouf gestalteten Konterfei trägt sie das George IV State Diadem und einen Ohrring. Als Besonderheit dieses neusten Portraits kann auch der Gesichtsausdruck gelten. Erstmals ist die Queen hier mit dem leichten Ansatz eines Lächelns zu sehen.

"Die Nachricht, dass mein Design ausgewählt worden war, hat mich einigermaßen überwältigt und ich kann es immer noch nicht ganz glauben, dass mein königliches Portrait auf Millionen von Münzen zu sehen sein wird und damit eine kleine Rolle in der tausendjährigen Geschichte der Royal Mint spielt", schilderte Clark seine Reaktion auf die Annahme seines Entwurfs.

Du hast eine Meinung dazu? Her damit!
Sicherheitsfrage: wie viele Münzen siehst du?
Fragen über Fragen
Ich stimme zu, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung auf gold.de gespeichert wird. Du kannst deine Einwilligung jederzeit per Mail an info@gold.de widerrufen. Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

Copyright © 2009-2019 by Gold.de - Alle Rechte vorbehalten

Konzept, Gestaltung und Struktur, sowie insbesondere alle Grafiken, Bilder und Texte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Missbrauch wird ohne Vorwarnung abgemahnt. Alle angezeigten Preise in Euro inklusive MwSt. (mit Ausnahme von Gold), zzgl. Versandkosten, sofern diese anfallen. Verfügbarkeit, Abholpreise, Goldankauf und nähere Informationen über einzelne Artikel sind direkt beim jeweiligen Händler zu erfragen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Handcrafted with in Baden-Württemberg, Germany