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Silberbarren

Silberbarren bieten sich als Investition an, sie sind leicht aufzubewahren und haben einen geringen Ausgabeaufschlag, sodass sich der höhere Preis aufgrund der vollen Mehrwertsteuer im Vergleich zu Münzen relativiert. Die größeren Silberbarren werden ebenso wie diejenigen aus Gold gegossen und nicht gestanzt. Zu den bekanntesten Herstellern von Silberbarren gehören Umicore (ehemals Degussa; Belgien; die deutsche Niederlassung bringt unter dem Namen Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt die Barren heraus), Heraeus (Deutschland), Pamp (Schweiz) und Ögussa (Österreich, ebenfalls eine Tochter von Umicore). Sie sind hauptsächlich in den Gewichten 10 g bis 5 kg erhältlich, bei den Abmessungen haben die Hersteller freie Hand, so ist der 1-Kilo-Barren von Heraus z. B. 122 x 55 x 15,5 mm groß, der von Umicore 90 x 48 x 26 mm.
20 g Silberbarren
1 oz Silberbarren
50 g Silberbarren
100 g Silberbarren
 
250 g Silberbarren
500 g Silberbarren
1 kg Silberbarren
5 kg Silberbarren
 
15 kg Silberbarren
Münzbarren *
Münzstangen *
Münztafeln *
Tafelbarren
 
* Münzbarren, Münzstangen und Münztafeln sind der Vollständigkeit halber auch in dieser Übersicht aufgelistet, zählen jedoch zu den Münzen. Für sie gilt daher der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 % statt 19 % wie bei Silberbarren.
Silberkurs

Weshalb Silberbarren kaufen?

Silberbarren stellen theoretisch die günstigste Möglichkeit dar, physisch in Silber zu investieren – wäre da nicht die gesetzliche Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer). Im Gegensatz zu Silbermünzen, für welche der verminderte Steuersatz von 7 % gilt, werden Silberbarren in Deutschland mit 19 % besteuert. Barren aus Silber werden von den Scheideanstalten direkt aus der Silberschmelze durch Gießen in eine Form und Erstarren gewonnen und sind in den verschiedensten Formen und Gewichten erhältlich. Die bei Münzen notwendigen und teuren Zwischenschritte wie das Formen von Münzrohlingen, das Erstellen von Prägestempeln und das Prägen, die insbesondere bei geringen Auflagen ins Gewicht fallen, bleiben aus. Größter Abnehmer für Silberbarren ist die Industrie, aber auch Großanleger wissen die Quaderform von Barren und die damit einhergehende platzsparende Lagerung zu schätzen.

Steuerliche Benachteiligung: Umsatzsteuer bei Silberbarren

1 kg Silberbarren kosten in Deutschland zwischen 7 und 8 % mehr als Münzen gleichen Gewichts. Den steuerlich bedingten Aufpreis können auch die noch größeren Gewichtsstufen von 5 und 15kg nicht durch günstigere Herstellungskosten ausgleichen. 5kg Barren kosten pro Kilogramm etwa 5 % mehr als Kilomünzen.

Die steuerliche Benachteiligung von Silberbarren auf einem der wichtigsten Edelmetallmärkte der Welt brachte 2008 ein neues Anlageprodukt hervor, den so genannten Münzbarren. Anfangs in Australien, später direkt im Hauptabsatzmarkt Deutschland geprägt, vereint das Produkt die Vorteile von Barren und Münze. Er wird offiziell zu den Münzen gezählt. Als offizielles Zahlungsmittel der Cook Islands wird das Produkt in Deutschland daher nur mit 7 % besteuert, ist dabei aber in Barrenform ausgeführt und somit platzsparend lagerbar. Letztendlich konnte sich das Produkt am Markt aber nicht durchsetzen und ist mittlerweile kaum noch, und wenn, dann nur mit hohen Aufpreisen, erhältlich.

Neben Anlagebarren existieren auch noch Motivbarren

Von den rein zu Anlagezwecken produzierten Barren sind die in großer Vielfalt angebotenen Motivbarren zu trennen. Sie werden in der Regel mit einem Gewicht bis zu einer Unze herausgegeben. In einfacheren Ausführungen werden einfach gewöhnliche Barren der marktbeherrschenden Barrenproduzenten rückseitig mit einer eigenen Prägung versehen. Aufwändigere Exemplare werden zu 100% vom Herausgeber selbst entworfen und mit teils erheblichen Aufschlägen auf den Metallwert angeboten.
Zwar gibt es für Motivbarren einen kleinen Sammlermarkt, eine systematische Erfassung sämtlicher existierender Motivbarren kann und wird es aber niemals geben. Schließlich kann jeder durch einen Prägeauftrag an eine der diversen Münzprägestätten zu seinem eigenen Motivbarrenanbieter werden. Eine Besonderheit stellen direkt von den Silberminen angebotene Silberbarren dar. So verkaufen zum Beispiel die Silberminenunternehmen First Majestic Silver und Pan American Silver eigene Barren. Die Mehrzahl der Anleger bevorzugen jedoch die klassischen Silberbarren von Heraeus, Degussa und Umicore.

Weiterführende Informationen

Degussa Gold