Stand: 05.05.2021
Wie viele Prägestätten gibt es aktuell in Deutschland, seit wann gibt es sie, wo hat wer seinen Sitz? Welche Münzen stellen die Prägeanstalten her und was hat es mit den Buchstaben auf sich? GOLD.DE informiert: Deutsche Prägestätten
Deutsche Prägestätten

Produkte der deutschen Prägestätten

Deutsche Prägestätten: Das Wichtigste in Kürze
  • Aktuell gibt es fünf staatliche Prägestätten in Deutschland
  • Die Prägebuchstaben A, D, F, G und J stehen für je eine Prägeanstalt
  • Geprägt werden Kursmünzen und Gedenkmünzen
  • Private Prägestätten dürfen keine deutschen Euro-Kursmünzen prägen

Deutsche Prägestätten im Überblick

Staatliche Prägestätten

Aktuell verfügt Deutschland über fünf aktive Prägestätten, welche Kursmünzen herstellen. Darunter versteht man das offizielle Münzgeld, also die Euro-Münzen. Man nennt diese Münzen auch Umlaufmünzen. Darüberhinaus prägen die fünf staatlichen deutschen Prägeanstalten auch Gedenkmünzen.

Prägestätte Sitz Anteil an deutschen Umlaufmünzen
Staatliche Münze Berlin Berlin 20 %
Bayerisches Hauptmünzamt München 21 %
Staatliche Münzen Baden-Württemberg, Stuttgart Stuttgart 24 %
Staatliche Münzen Baden-Württemberg, Karlsruhe Karlsruhe 14 %
Hamburgische Münze Hamburg 21 %

Da die beiden Standorte der Staatlichen Münzen Baden-Württemberg zusammengefasst werden, gilt diese Prägestätte als der größte deutsche Standort.

Nicht zu verwechseln mit den fünf deutschen Prägestätten ist die Münze Deutschland. Unter diesem Namen wird nur der Vertrieb von deutschen Sammler- und Gedenkmünzen organisiert. Die "Münze Deutschland" ist also keine Prägeanstalt im engeren Sinne.

Weitere deutsche Prägeanstalten

Neben den fünf staatlichen Einrichtungen gibt es noch einige private Prägestätten in Deutschland. Diese dürfen aber keine deutschen Euro-Kursmünzen herstellen. Allerdings können sie durchaus Prägeaufträge für ausländische Kursmünzen wahrnehmen. Man nennt solche Münzen dann auch Agenturmünzen. Weiter umfasst die Tätigkeit dieser Privatunternehmen das Prägen von Gedenkmünzen, Medaillen oder auch Münzbarren.

Prägestätte Sitz  
Leipziger Edelmetallverarbeitung (LEV) Leipzig  
B. H. Mayers Karlsfeld  
Mayer Mint GmbH Pforzheim  
ESG Rheinstetten  

Münzzeichen

Jede Prägestätte hat ihr eigenes Münzzeichen. Dabei handelt es sich bei staatlichen Prägestätten um einen Großbuchstaben, der auf jeder Münze eingeprägt ist und Auskunft gibt darüber, wo diese Münze hergestellt wurde.

Prägestätte Münzzeichen / Prägebuchstabe Gültig seit
Staatliche Münze Berlin A 1750
Bayerisches Hauptmünzamt D 1871
Staatliche Münzen Baden-Würtemberg, Stuttgart F 1872
Staatliche Münzen Baden-Württemberg, Karlsruhe G 1872
Hamburgische Münze J 1873

Geschichte

Das Jahr 1871 markiert einen wichtigen Punkt in der jüngeren deutschen Münzgeschichte. Denn in diesem Jahr ging das Münzrecht, welches bisher der Hoheit der Einzelstaaten unterlag, auf das neu gegründete deutsche Reich über. Die Münzprägung wurde allerdings nicht durch eine einzelne Prägeanstalt monopolisiert, sondern an bestehende Münzprägeanstalten delegiert. Im Laufe der Zeit stellten einige Häuser den Betrieb ein, so dass heute nur noch fünf Prägestätten in Deutschland aktiv sind.

Zeitgleich wurden auch die Münzzeichen in Gestalt von Großbuchstaben neu geordnet. Dies geht zurück auf einen Beschluss des Bundesrats vom 7. Dezember 1871, demzufolge den Prägeanstalten Großbuchstaben in der Reihenfolge des Artikel 6 der Reichsverfassung zugeordnet wurden. Einzige Ausnahme ist das Münzzeichen "A" der Staatlichen Münze Berlin, das bereits seit 1750 verwendet wird und damit zu den ältesten deutschen Markenzeichen gehört.

Historische deutsche Prägestätten und Münzzeichen

Auf historischen Goldmünzen des deutschen Kaiserreichs und Silbermünzen des Kaiserreichs, der Weimarer Republik, des Dritten Reichs und der DDR sind oft die Prägezeichen historischer Prägestätten zu sehen. Zu diesen heute nicht mehr aktiven Münzzeichen und Prägestätten zählen unter anderem:

Prägestätte Münzzeichen Zeit Gebiete
Hannover B 1866 - 1878 Oldenburg, Preußen, Reuss ältere Linie, Schaumburg-Lippe
Frankfurt am Main C 1866 - 1879 Preußen
Dresden E 1872 - 1887 Sachsen, Sachsen Coburg & Gotha, Sachsen-Meiningen
Mudenhütten E 1887 - 1953 Sachsen, Sowjetische Besatzungszone Deutschlands, DDR
Darmstadt H 1872 - 1882 Hessen

Aufgaben

Seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 besteht die zentrale Aufgabe der fünf aktiven Prägestätten in der Herstellung des deutschen Anteils an den acht Euro-Umlaufmünzen in den Nominalen von 1 Cent, 2 Cent, 5 Cent, 10 Cent, 20 Cent, 50 Cent, 1 Euro und 2 Euro.

Neben diesen Umlaufmünzen ist auch die Herstellung von deutschen Gedenkmünzen eine wichtige Aufgabe der deutschen Prägeanstalten. Ferner zählt noch die Produktion von Medaillen oder ausländische Münzen zu deren Aufgaben

Den Auftrag für die Prägung deutscher Münzen erteilt das Bundesfinanzministerium. Die Verteilung der Prägung staatlicher Münzen auf mehrere Münzprägeanstalten ist eine deutsche Besonderheit. In allen anderen Ländern der Eurozone übernimmt jeweils eine zentrale Prägestätte diese Aufgabe, in Frankreich zum Beispiel die Monnaie de Paris oder in den Niederlanden die Koninklijke Nederlandse Munt.

Euro-Gedenkmünzen

Seit 2002 werden Gedenkmünzen aus Kupfer-Nickel-Legierungen, Silber und Gold geprägt. Diese Münzen sind für den Sammlermarkt bestimmt und geraten normalerweise nicht in Umlauf. Diese sind mit Kupfer-Nickel-Legierungen:

In Silber:

In Gold

Dabei stellen die 2-Euro-Gedenkmünzen eine Besonderheit dar. Sie nennen sich Gedenkmünzen, tatsächlich handelt es sich aber um Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter. 2-Euro-Gedenkmünzen haben primär Bezahlfunktion und kommen als Zahlungsmittel in Deutschland sowie anderen Ländern der Eurozone zum Einsatz.

Alle deutschen Gedenkmünzen haben gemäß §2 des Münzgesetzes den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels in Deutschland. Die Deutsche Bundsbank kauft die Münzen zum Nominalwert zurück.

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von Peter Kowanda | 27.11.2019, 16:26 Antworten

Ist es War das die 2 € Gdenkmünze " Der Msuerfall " nur über den Münzhndel erhältlich ist und nicht im freien Umlauf.
mit freundlichen Grüßen
Peter Kowanda Der biher alle Bundesländer gesammelt hat.

2 Antworten an Peter Kowanda anzeigen

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